Berlin - Die allgemeine Stimmung war getrübt, Sieger und Verlierer waren nach dem Abpfiff in ihren Emotionen nicht zu unterscheiden. Der Ausgang der Partie wurde von einem anderen Thema dominiert. „Es war extrem bitter“, sagte Fabian Wiede, „dass man in so eine Situation kommt, ist bitter.“ Der Rückraumspieler beschrieb damit nicht etwa die 24:29-Niederlage der Füchse Berlin beim SC Magdeburg, sondern eine Szene aus der Schlussphase der Partie, in der sich Magdeburgs Gisli Kristjansson schwer an der Schulter verletzte. Sein Trainer Bennet Wiegert sprach von lauten Schreien seines Spielers, die im gesamten Kabinentrakt zu hören gewesen seien und konnte sich gar nicht so recht über den sportlichen Erfolg freuen.

Der allerdings, klammerte man am Sonntagnachmittag mal die ersten 15 Minuten aus, war hoch verdient. Im Umkehrschluss mussten sich die Füchse vorwerfen lassen, dass sie nach einer guten Anfangsphase und einer 9:5-Führung wieder einmal den Faden verloren hatten. Im Angriff hatten sie zunächst eine gute Mischung aus Rückraumtoren, Durchbrüchen und guten Anspielen auf Mijajlo Marsenic gefunden. Allein der Kreisläufer hatte vier seiner am Ende sieben Tore in dieser Phase erzielt. In der Deckung stellten die Berliner eine stabile und relativ tief stehende 6:0-Abwehr vor Torwart Dejan Milosavljev, der ebenfalls einen guten Start mit wichtigen Paraden hinlegte.

SC Magdeburg bestraft die Fehler der Füchse 

Weil aber auch in Magdeburg wieder einmal die Inkonstanz die einzige Konstante über die vollen 60 Minuten im Spiel der Füchse war, schrumpfte der Vorsprung. Freie Würfe wurden wieder liegengelassen, leichte Fehler im Passspiel mündeten in schnelle Gegentore. „Wir machen in der Vorwärtsbewegung einfache Ballverluste und die bestraft der SCM dann knallhart“, analysierte Füchse-Trainer Jaron Siewert. Kurz vor der Pause lag seine Mannschaft erstmals hinten (11:12) und konnte das Spiel nach dem Seitenwechsel nicht mehr drehen. Natürlich waren die personellen Ausfälle zu spüren, aber primär war das Spiel zu fehlerbehaftet, um aus Magdeburg Punkte mitzunehmen. Doch das war nach dem Schlusspfiff irgendwie sekundär. Auf der einen und der anderen Seite.