Fünf Rennen, fünf Siege: Rubaiyat, geritten von Andrasch Starke.
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HoppegartenWenige Minuten nach dem Hauptrennen, dem Dr.-Busch-Memorial, einem Gruppe-III-Rennen über 1600 Meter, kam es vor dem Waagegebäude auf der Galopprennbahn in Hoppegarten zwischen dem Jockey Andrasch Starke und dem Rennbahnbesitzer Gerhard Schöningh zu einer kurzen, aber sehr angeregten Unterhaltung. Starke, der soeben den haushohen Favoriten Rubaiyat in dieser wichtigen Vorprüfung zum Deutschen Derby zum Sieg mit einer Länge Vorteil gesteuert hatte, lobte das Geläuf auf der Parkbahn geradezu überschwänglich.

„Absolute Weltklasse. Hier macht es einfach Spaß zu reiten“, sagte der 46-Jährige. Insbesondere die Präparierung des Schlussbogens habe ihm imponiert. Schöningh wirkte ob der Lobhudelei zunächst etwas irritiert, letztlich fühlte er sich aber natürlich geschmeichelt. So komme er künftig noch viel lieber nach Hoppegarten, als dies eh schon der Fall war, erklärte Starke, der mit dem dreijährigen Galopper des Jahres 2019 Lukas Delozier mit Zavaro und René Pielchulek mit Fearless King auf die Plätze zwei und drei verwiesen hatte.

Es gab an diesem Sonntag auf der wunderschönen Parkbahn vor den Toren unserer Stadt allerlei Begegnungen dieser Art. Begegnungen, in denen das Glück der Galopper über den gelungenen Saisonauftakt zum Ausdruck kam. Begegnungen, in denen deutlich wurde, dass der Turfsport nach Wochen des großen Corona-Zweifelns wieder Zuversicht gewonnen hat. Wenngleich die Rahmenbedingungen, unter denen Galopprennen seit diesem Wochenende wieder stattfinden dürfen, doch etwas befremdlich sind.

Nur 228 Personen waren in Hoppegarten für die Veranstaltung zugelassen. An der Zufahrt zum Parkplatz wurde Fieber gemessen, Akkreditierungen mit dem Personalausweis gegengecheckt und schnell noch an die Maskenpflicht erinnert. Auf dem Gelände selbst wurde durch Absperrbänder ein Bewegungskorridor vorgegeben. Die Wetthäuschen waren geschlossen, die gastronomischen Einrichtungen sowieso. Und so lag auf der Grünfläche vor der Haupttribüne, wo für gewöhnlich das Herz der Rennbahn schlägt, das Verhältnis zwischen Pustenblumen und Menschen geschätzt bei etwa 5000 zu Null. Klar, da fehlt doch etwas.

Nichtsdestotrotz leitete Schöningh ein richtig gutes Gefühl für sich aus diesem außergewöhnlichen Rennnachmittag ab. Von unerwartet hohen Wettumsätzen im In- und Ausland konnte er nämlich berichten, von einem unglaublichen Zuspruch aus den Reihen der Besitzer und Pferdesportfreunde, die sich gleich reihenweise bei ihm bedankten, dass er in Zusammenarbeit mit der Riedel Communications GmbH aus Wuppertal auf der Homepage der Rennbahn einen sehr hochwertigen Livestream aufgesetzt hatte. Und in der Tat: Aus dem Nichts der Coronakrise hat die Rennbahn Hoppegarten im Galopp ein neues Produkt geschaffen. „So sind wir auch international wettbewerbsfähig“, sagte Schöningh.