Berlin - Zur Pflege meiner regressiven Tendenzen schau ich gerne diese Sendung, in der die Champions-League läuft, aber keine Bilder gezeigt werden. Es handelt sich dabei um das degenerierte Format eines Privatsenders, Sie wissen schon. Leute wie Thomas Helmer, Peter Neururer und Giovanni Zarrella reden über ein Fußballspiel, das die Fernsehzuschauer nicht zu sehen bekommen.

Klar, das ist die billigste Form, Fernsehen zu machen. Ich habe es aber immer auch als Parodie auf dieses ganze Analysetheater verstanden, ohne das Fußball nun einmal nicht auskommt. Die Systeme, das Verschieben und Überspielen – zum genauen Verständnis des taktischen Geschehens stören die Live-Bilder nur. Wenn ein Tor fällt, schreit einer „Tor“, und Thomas Helmer erklärt den Zuschauern, was passiert ist. Warum dieses Tor fallen musste oder nicht verhindert werden konnte. Schlecht verteidigt, einer wie Helmer versteht etwas davon, und Neururer zelebriert dazu diesen Kneipen-Sarkasmus, für den allein ich gern mal wieder ins Ruhrgebiet fahren sollte. Ich war so lange nicht mehr da.

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