Superstar LeBron James zeigte sich mitten in der US-Krise als starker, intelligenter und souveräner Afroamerikaner.
Foto: dpa

Orlando/Berlin - Die Coronakrise im US-Sport begann mit einer Pressekonferenz. Die vom Virus ausgehende, ernsthafte Gefahr war gerade mal ein paar Tage im öffentlichen Bewusstsein angelangt, als Rudy Gobert besagte, im Kontext mit der Entwicklung des Virus in den USA schon jetzt legendäre, Medienrunde abhielt. Der französische Center der Utah Jazz, aufgrund seiner immensen Fähigkeiten als Verteidiger in der nordamerikanischen Basketballliga NBA so geliebt wie gefürchtet, spottete über die seiner Meinung nach übertriebenen Vorsichtsmaßnahmen, die eine potenzielle Pandemie eindämmen sollten und wischte nach der Fragerunde demonstrativ und grinsend mit seinen Händen noch einmal über alle aufgestellten Mikrofone, um seinem Spott Nachdruck zu verleihen. Einige Medienvertreter lachten, so wie der 2,16-Meter-Hüne, doch allen Beteiligten blieb das Lachen im Hals stecken, als wenige Tage später bekannt wurde, dass Gobert längst infiziert war und mit seiner dummen Aktion sowohl Teamkameraden als auch Pressevertreter angesteckt hatte.

Keine US-Sport-Liga krachte mit einer solchen Wucht in die Pandemie wie die NBA. In den Wochen nach Goberts Pressekonferenz wurden, trotz frühzeitiger Saisonunterbrechung, immer neue Infektionen von immer hochkarätigeren Spielern bekannt. Der frühere MVP Kevin Durant von den Brooklyn Nets infizierte sich während der Reha von einem Achillessehnenriss. Russell Westbrook von den Houston Rockets war ebenso betroffen wie der Serbe Nikola Jokic, der sich bei Tennis-Star und Landsmann Novak Djokovic ansteckte. Während die NHL, die MLB und die NFL gerade mal einige wenige Fälle bestätigten, meldete sogar die landesweit bekannte TV-Expertin Doris Burke einen positiven Test.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.