BerlinDer Saisonabschluss auf der Rennbahn in Hoppegarten spiegelt das schwierige Jahr für den deutschen Galopp exakt wider. Wie schon im Frühsommer sind keine Zuschauer erlaubt. Wenn am Sonntag um 10.50 Uhr das erste von insgesamt zehn Rennen gestartet wird, müssen sich die Pferdesport-Liebhaber damit begnügen, per Livestream diesen sogenannten Irish Raceday zu begleiten.

Gerade nach dem Saisonhöhepunkt am 3. Oktober, als sich immerhin 4000 zugelassene Zuschauer auf der Rennbahn vor den Toren Berlins tummeln durften und mit dem Preis der Einheit sowie dem Großen Preis von Berlin zwei Höhepunkte des Hoppegartener Rennkalenders zu sehen bekamen, ist die Rückkehr zu den Geisterrennen ein herber Rückschlag. Rennbahneigner Gerhard Schöningh sagt: „Man hat gemerkt, wie die Reiter den Beifall genießen konnten, jetzt sind wir leider wieder bei null.“

Dass er von einem „Wechselbad der Gefühle“ spricht, zeigt aber auch, dass dieses Rennjahr dennoch versöhnlich endet. Höhepunkt ist das Oleander-Rennen, das beste Rennen hierzulande für Langstreckenspezialisten. Insgesamt werden 100.000 Euro an Prämien ausgeschüttet. Aufgrund der kurzfristigen Absage des Renntages in Halle am Sonnabend wird zudem der Große Preis des Gestütes Röttgen in Hoppegarten ausgetragen – dotiert mit 37.000 Euro. „Über 200.000 Euro an Rennpreisen und Züchterprämien sind richtig positiv“, sagt Schöningh. Erstmals seit 16 Jahren wird auf der Rennbahn Hoppegarten auch wieder ein Hürdenrennen über 3700 Meter ausgetragen.

Wie sehr dieser letzte Renntag auch international beachtet wird, zeigt sich einmal mehr daran, dass der irische Immobilienunternehmer Luke Comer, zugleich Namenspate des Hauptrennens, am vergangenen Wochenende fünf Pferde nach Berlin transportiert hat und seit Montag persönlich ihr Wohlbefinden überwacht. Damit der letzte Renntag der Saison zumindest sportlich ein Höhepunkt wird.