Der Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic will von einer Ergebniskrise nichts wissen.
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BerlinFür Vladimir Petkovic war nicht alles schlecht. „Wir haben auch gegen diesen Gegner gezeigt, dass wir nicht nur mithalten, sondern phasenweise auch besser sein können“, sagte der Nationaltrainer der Schweiz nach dem 0:1 (0:1) in der Nations League in Spanien. Diese Einschätzung teilten allerdings nicht alle.

„Nicht das Resultat an sich muss sie nachdenklich stimmen, sondern die Art und Weise“, urteilte die Neue Zürcher Zeitung: „Die Schweizer Fußballer wollen sein wie die Spanier, aber beim 0:1 sind sie halt einfach die Schweizer.“ Der Blick schrieb, dass „man den Fans natürlich wieder die guten Ansätze schmackhaft machen will“.

Die Nati steht mit dem Rücken zur Wand. Nach vier Spielen ohne Sieg im Coronajahr 2020 hoffen die Eidgenossen gegen die ähnlich formschwache DFB-Elf an diesem Dienstag (20.45 Uhr/ARD) nun auf das Ende der scheinbar chronischen Erfolglosigkeit. In Köln geht es für die Schweiz um überlebenswichtige Punkte im Abstiegskampf der Nations League. Denn während die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw am Sonnabend in der Ukraine (2:1) den Bann gebrochen hatte und erstmals in diesem Jahr triumphierte, warten die Schweizer weiter auf den ersten Sieg.

In Spanien entschied ein kapitaler Fehlpass von Gladbach-Torhüter Yann Sommer ein Spiel mit deutlichem Chancenplus für die überlegenen Gastgeber. Damit hat die Schweiz als Schlusslicht in der Gruppe 4 der Division A weiter nur einen Punkt auf dem Konto. Der Abstieg in die Zweitklassigkeit droht.

Von einer Ergebniskrise wollte Petkovic aber nicht sprechen. „Wir wussten bereits nach der Auslosung, dass wir mit der einen oder anderen Niederlage rechnen müssen“, sagte der 57-Jährige. Ein gutes Omen für die Eidgenossen? Dieser eine Punkt gelang gegen die DFB-Auswahl, beim 1:1 vor einem Monat in Basel. Und für das Spiel der vorletzten Chance in Köln kehren viele Schweizer in ihr zweites Heimatland zurück.

Abordnung aus der Bundesliga

In Madrid standen in den Gladbachern Sommer und Nico Elvedi sowie Djibril Sow, Steven Zuber (beide Eintracht Frankfurt), Admir Mehmedi (VfL Wolfsburg), Ruben Vargas (FC Augsburg) und Edimilson Fernandes (FSV Mainz 05) gleich sieben Bundesligisten auf dem Platz. Die Abordnung aus der Bundesliga komplettierten der ehemalige Gladbacher Granit Xhaka, der ehemalige Frankfurter Haris Seferovic oder der frühere Münchner Xherdan Shaqiri.

Der Liverpool-Profi feierte in Madrid an seinem 29. Geburtstag nach 490 Tagen sein Comeback, obwohl zuvor ein positiver Coronatest für Chaos gesorgt hatte. Shaqiri war zunächst positiv getestet worden, ein Bluttest legte dann aber nahe, dass der Befund auf eine frühere Infektion zurückzuführen war - es folgte ein negativer Test und die Freigabe für einen Einsatz.

Damit wird Shaqiri auch gegen Deutschland zum Aufgebot zählen, anders als Innenverteidiger Manuel Akanji. Der Dortmunder wurde ebenfalls positiv getestet und befindet sich noch in Quarantäne.