Künftig bei Hertha BSC auch als Öffentlichkeitsarbeiter gefragt: Arne Friedrich.
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BerlinAls Jürgen Klinsmann, Herthas Cheftrainer für neun Spiele, im November vorigen Jahres seinen umfassenden Stab an Assistenten vorstellte, tauchte überraschend auch der 82-fache Nationalspieler und ehemalige Hertha-Kapitän Arne Friedrich im neuen Team auf. Klinsmann nannte ihn hochtrabend Performance Manager, einen Titel, den es in der Bundesliga bis dahin noch nicht gegeben hatte. Viele Beobachter spöttelten über diese Bezeichnung, die übersetzt „Steuerung der Leistungserbringung“ heißt. Im Fall von Arne Friedrich bedeutete das aber nichts anderes, als dass er das Bindeglied zwischen Mannschaft, Trainer und Geschäftsführung sein sollte. Klinsmann flüchtete bald aus Berlin, der 41-jährige Friedrich blieb und fand zunehmend Gefallen an seinem Job.

Nun ist er nach nur einem halben Jahr zum Sportdirektor bei Hertha BSC befördert worden. Diesen Titel trug beim Hauptstadtklub zuletzt der ehemalige Trainer Bernd Stange in der Saison 1994/95 in Liga zwei. Es ist ein durchaus schneller Aufstieg von Friedrich, der als Abwehrspieler 231 Erstligaduelle für Hertha bestritt. Selbst ein Michael Preetz, mit dem Friedrich nun noch enger zusammenarbeiten wird, benötigte viel länger, um zum Manager und Geschäftsführer Sport aufzusteigen, nämlich sechs Jahre. Über die Stationen Assistent der Geschäftsführung und Leiter der Lizenzspielerabteilung musste sich Preetz unter dem dominanten Dieter Hoeneß hocharbeiten, ehe er ihn 2009 ablösen konnte. Nun aber stellt sich Hertha im sportlichen Bereich breiter auf. Das Trio Preetz, Cheftrainer Bruno Labbadia und Arne Friedrich wird den Kurs bestimmen und sich bei Personalentscheidungen und Transfers intensiv beraten.

Dabei hatte Friedrich im Herbst 2019 noch andere Pläne, was seine berufliche Zukunft angeht. Nach dem Ende seiner Profi-Karriere 2013 bei Chicago Fire in der Major League Soccer in den USA,  versuchte sich der Kosmopolit mit Domizilen in Kalifornien, Frankreich und Berlin in zahlreichen Disziplinen. Er erwarb die A-Lizenz als Trainer, arbeitete als Assistenz-Trainer der deutschen U18-Auswahl. Er war ein gefragter TV-Experte bei Sendern in den USA und China und hatte einen Job bei der renommierten Agentur Jung von Matt, wo er sich um die Markenpositionierung von Profis kümmerte. Seine Vielseitigkeit ist sein Trumpf. Als neuer Sportdirektor wird er häufig im Fokus stehen. Eine Situation, mit der der eloquente Friedrich garantiert gut umgehen kann.