Der Dortmunder Jadon Sancho demonstriert in Paderborn. Foto: Imago Images/Ralf Ibing

BerlinWas ist an politischen Meinungsäußerungen in der Fußball-Bundesliga erlaubt? Was zieht eine Strafe nach sich. Diese Frage rückt in den Vordergrund nach dem gewaltsamen Tod des US-Bürgers George Floyd in Minneapolis. Mehrere Bundesligaprofis haben am zurückliegenden Spieltag demonstriert. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes wird sich nun damit beschäftigen.

Grundsätzlich erlauben die Deutsche Fußball Liga (DFL) und der DFB keine politische Botschaften auf der Spielkleidung oder während der Partien. Maßgeblich dafür ist die Regel 04 - Ausrüstung der Spieler, Punkt 5: „Slogans, Botschaften, Bilder und Werbung“. Sie besagt:

„Die Ausrüstung darf keine politischen, religiösen oder persönlichen Slogans, Botschaften oder Bilder aufweisen. Spieler dürfen keine Unterwäsche mit politischen, religiösen oder persönlichen Slogans, Botschaften oder Bildern oder Werbeaufschriften mit Ausnahme des Herstellerlogos zur Schau stellen. Bei einem Verstoß gegen diese Bestimmung wird der Spieler und/oder das Team durch den Wettbewerbsorganisator, den nationalen Fußballverband oder die FIFA sanktioniert. (...)“

Die Regel 04 gilt für die gesamte Ausrüstung (einschließlich Kleidung), die von Spielern, Auswechselspielern und ausgewechselten Spielern getragen wird. (...)

Folgendes ist (grundsätzlich) zulässig: Nummer und Name des Spielers, Teamwappen/-logo, Slogans/Embleme von Initiativen zur Förderung von Fußball, Respekt und Integrität sowie Werbung, die gemäß Wettbewerbsbestimmungen oder Regelungen der nationalen Fußballverbände, der Konföderationen oder der FIFA zulässig sind. (...)

Regelauslegung

Ob ein Slogan, eine Botschaft oder ein Bild zulässig ist, steht in Regel 12 (Fouls und unsportliches Betragen), wonach der Schiedsrichter Disziplinarmaßnahmen gegen einen Spieler ergreifen muss, der eines der folgenden Vergehen begeht:

- anstößige, beleidigende oder schmähende Äußerungen und/oder Gesten

- provozierende, höhnische oder aufhetzende Gesten

Slogans, Botschaften oder Bilder, die in eine dieser Kategorien fallen, sind unzulässig. Während „religiös“ und „persönlich“ relativ eindeutig zu definieren sind, ist «politisch» weniger klar. In jedem Fall unzulässig sind Slogans, Botschaften oder Bilder mit Bezug auf:

- jegliche lebende oder verstorbene Person (außer ihr Name ist Teil des offiziellen Wettbewerbsnamens)

- jegliche lokale, regionale, nationale oder internationale politische Partei/ Organisation/Vereinigung etc.

- jegliche lokale, regionale oder nationale Regierung oder deren Abteilungen, Ämter oder Stellen

- jegliche diskriminierende Organisation

- jegliche Organisation, deren Zwecke/Handlungen eine erhebliche Zahl von Menschen beleidigen könnten

- jegliche spezifische politische Handlung/Veranstaltung

Beim Gedenken an ein nationales oder internationales Ereignis sind die Empfindlichkeiten des gegnerischen Teams (einschließlich dessen Fans) und der Öffentlichkeit zu bedenken.

Der Kontrollausschuss hat also eine klare Richtschnur für sein Handeln.