Drollig? Finden sie Salomon Kalou und seine jüngste Video-Instellation bei Hertha BSC nicht mehr. Der Fußball-Bundesligist suspendierte den Profi.
Foto: Imago Images

BerlinSalomon Kalou mag auf originelle Art gegen die Hygiene-Regeln in der Coronakrise verstoßen haben. Manche sagen: auf dümmliche Art. Der 34-Jährige Fußballprofi von Hertha BSC ist allerdings nicht der Premieren-Ignorant. Hier die Top 4 der sportlichen Lockdown-(Chart-)Breaker:

Jérôme Boateng: 31 und kein bisschen weise, gilt für den Profi des FC Bayern. Er entfernte sich trotz Ausgangsbeschränkungen von seinem Wohnort München. Er war zu seinem Sohn gefahren. "Ihm ging es gesundheitlich nicht gut. Wenn ein Sohn seinen Vater ruft, dann fahre ich natürlich noch los, egal zu welcher Uhrzeit!", sagte Boateng. In Fahrt kam auch der FC Bayern, indem er eine Geldbuße verhängte. "Für ihn nehme ich jede Strafe in Kauf", sagte Boateng, meinte den Sohn, nicht den FC Bayern. "Ich möchte den Vater sehen, der in so einem Moment nicht losfährt, um an der Seite seines vierjährigen Sohnes zu sein. Wenn es dafür dann eine Strafe gibt, dann Respekt. Ich finde das traurig." Zum Lachen war niemandem.

Nicolas Pépé: Man kann es auch übertreiben, mit dem Fithalten.  Der 24 Jahre alte Franzose vom FC Arsenal ließ sich im Park beim Kicken mit Freunden fotografieren, trotz Verbots solcher Aktivitäten in London. Man habe gleich nach Bekanntwerden des Fehltritts mit Pépé gesprochen, teilte der Klub aus der englischen Premier League mit. Der Stürmer bewohne ein Haus mit Verwandten, mit einigen von ihnen habe er sich zu einem Spielchen im Grünen versammelt. Bleibt also alles in der Familie. 

Neymar: Ein Angebot über 100 Millionen Euro seines Klubs Paris Saint Germain soll der 28 Jahre alte Brasilianer abgelehnt haben. Offenbar will er zum FC Barcelona zurückkehren. Nicht ablehnen konnte Neymar dagegen das Angebot einer fröhlichen Runde zu einem Volleyball-Match im Sand. Darin sich lümmelnd zeigte ihn jedenfalls ein Foto auf Instragram im März. Alles Quatsch, ließ der Ertappte daraufhin seine Kommunikationsexperten ausrichten. Er halte sich stets an die Auflagen. Dass er wegen der besseren Witterungsbedingungen für Beachvolleyball nach Barcelona will, ist übrigens eine böswillige Unterstellung. 

Amine Harit: Manche nennen ihn angeblich schon Smokey Joe. Teurer Ruhm. Dem 22-jährigen Marokkaner vom FC Schalke 04 ging es nämlich ans Geld. Harit hatte sich in einer Shisha-Bar in Essen gemeinsam mit zehn Gleichgesinnten einen gemütlichen Abend genehmigt. Es herrschten in Nordrhein-Westfalen erhebliche Kontaktbeschränkungen zu dieser Zeit: Die Läden hatten geschlossen, es war nach 18 Uhr. Harit ließ sich von der Polizei erwischen. Die Beamten lösten die unerlaubte Versammlung weit nach Mitternacht auf.

Luka Jovic: Jetzt wird es besonders frech. Der 22 Jahre alte ehemalige Profi von Eintracht Frankfurt war nach der Aussetzung des Spielbetriebs in Spanien nach Serbien geflogen. Dort sollte sich der Spieler von Real Madrid für zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben. Medienberichten zufolge ging Jovic aber feiern. "Es tut mir sehr leid, dass einige Leute ihre Arbeit nicht professionell gemacht und mir keine spezifischen Anweisungen gegeben haben, wie ich mich während meiner Isolation verhalten soll", schrieb er bei Instagram. Deutlich heftiger erwischte es Landsmann Aleksandar Prijovic, 29, der wegen des Verstoßes gegen das Ausgehverbot während der Corona-Krise in Belgrad zu drei Monaten Hausarrest verurteilt wurde. So geht Quarantäne dann auch.

Kyle Walker: Der Name ist Programm. Walking Kyle ging zu weit. Eine Party mit einem Kumpel und zwei Prostituierten zu feiern, wie eine britische Boulevardzeitung zu schreiben wusste, und das trotz Ausgangssperre in England, ist dann doch ein bisschen zu gewagt, für einen Fußballprofi im Allgemeinen und in Zeiten von Corona im Speziellen. Walkers Verein Manchester City leitete laut Medienberichten ein internes Disziplinarverfahren ein. Als "inakzeptabel" bezeichnete der FC Everton eine Party von Moise Kean während des Lockdown. Gehen musste Walker bei Manchester City nicht.

José Mourinho: Ob Salomon Kalou ein „Coronavirus, Coronavirus“ anstimmen würde, wenn man ihm noch einmal erzählte, dass der Trainer von Tottenham Hotspur vor einem Monat heftig kritisiert wurde, weil er beim Üben auf dem Fußballplatz den Mindestabstand zu Spielern nicht eingehalten hatte? Das Singen, in heutiger Zeit ein gefährliches, weil sehr ansteckendes Unterfangen, könnte Kalou vergangen sein. Mourinho auch. Der hatte schon genug, als er erfuhr, dass seine Profis Davinson Sanchez und Ryan Sessegnon beim Joggen im Park erwischt wurden, Seite an Seite, Pelle auf Pelle sozusagen. Jogging-Verbot? Zwei Meter Abstand im Fußball? Hierzulande klingt das wie aus einer anderen Welt. Oder, Salomon Kalou?