Zehn Jahre haben sie auf ihr Fußball-Rückspiel gewartet - nun ist das iranische Frauen-Nationalteam in Berlin auf dem Rasen aufgelaufen. Zum Auftakt des „Discover Football“-Festivals traten die Mannschaft am Mittwoch beim Freundschaftsspiel in Kreuzberg gegen die „Berlin All Stars“ an.

Die Iranerinnen in blau-weiß mit weißen Kopftüchern hatten einen großen Fanclub und schossen gute Pässe. Angepfiffen wurde das Freundschaftsspiel von der Grünen-Politikerin Claudia Roth. Rund 400 Zuschauer verfolgten die Partie, am Ende gewann Berlin 4:2.

Zuletzt spielten die Mannschaften beim Hinspiel in Teheran im Jahr 2006 gegeneinander. Danach war der Mannschaft aus dem Iran bei Einladungen zum Rückspiel immer wieder die Ausreise verweigert worden. Die erste Begegnung vor zehn Jahren zeigt noch immer der preisgekrönte Dokumentarfilm „Football Under Cover“.

Das Berliner Festival bringt bis zum 4. September Fußballerinnen aus aller Welt in der Hauptstadt zusammen. Dabei geht es nicht allein um Sport und Tore. Frauenfußball ist in vielen - vor allem arabischen - Ländern ein Vehikel für viel mehr: Emanzipation, Gleichberechtigung, Selbstbewusstsein und gesellschaftlichen Zusammenhalt über viele Schranken und Widerstände hinweg.

Zu Turnieren und Workshops sind Teams aus Afghanistan, Saudi-Arabien, Palästina, Libyen und dem Sudan in die Hauptstadt gekommen. Oft können sie in ihrer Heimat nur fernab der Öffentlichkeit und unter den Blicken misstrauischer Sittenwächterinnen trainieren. Unter dem Motto „Home Game“ (Heimspiel) sind auch geflüchtete Mädchen und Frauen aus Berlin zum Festival eingeladen. (dpa)