Daumen hoch vor dem Saisonstart: Hertha-Stürmer Dodi Lukebakio, 23, hat sich viel vorgenommen.
Foto. City-Press

BerlinAuf dem Papier konnte Dodi Lukebakio in seinem ersten Jahr bei Hertha BSC überzeugen. Mit sieben Toren und ebenso vielen Vorlagen war der 23-Jährige blau-weißer Topscorer. Dennoch haben sie sich bei den Berlinern mehr erhofft vom damaligen Rekordtransfer. Für 20 Millionen Euro transferierte Hertha-Manager Michael Preetz den Stürmer vom FC Watford an die Spree, nachdem er als Leihspieler für Fortuna Düsseldorf für Furore gesorgt hatte. Besonders sein Auftritt beim 3:3 gegen den FC Bayern, bei dem er alle drei Tore für die Rheinländer erzielte, beeindruckte. Dabei überzeugte der 1, 87 Meter große Schlacks vor allem mit seinem Tempo, das ihn beim Konterspiel zu einem Unterschiedsspieler machen kann.

Bei Hertha BSC fand der Belgier bisher weniger Räume, um Vorteile aus seiner Athletik zu ziehen. „Ich muss meine Geschwindigkeit und meine Technik mehr nutzen“, sagt Lukebakio und erklärt drei Tage vor dem Saisonstart in der ersten DFB-Pokal-Runde bei Zweitliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig am Freitagabend: „Sieben Tore sind für einen Stürmer nicht so viel. Dieses Jahr muss ich es besser machen.“ Besonderen Druck durch das viele Geld, das Hertha in vergleichbarer Höhe mittlerweile auch in Krzysztof Piątek und Lucas Tousart investierte, habe er nie verspürt. „Ich sehe das positiv. Der Verein hat hohe Ambitionen. Deswegen bin ich hier“, sagt er und formuliert ein Saisonziel, das bisher von Klubseite noch nicht kommuniziert wurde: „Wir wollen nach Europa. Die Top 6 sind möglich.“

Hertha BSC muss erfahrene Abgänge kompensieren

Dass nach zuletzt drei tor- und sieglosen Testspielen noch viel Arbeit vor den Blau-Weißen liegt, weiß er. „Wir befinden uns im Umbruch und suchen noch unsere Balance“, erklärt Lukebakio. Für das richtige Gleichgewicht forderte Trainer Bruno Labbadia von ihm zuletzt immer wieder, seine Defensivarbeit zu verbessern. „Mach den Weg, Dodi“, sowie „Stör ihn!“, schallte es auch am Dienstag über den Schenckendorffplatz. Lukebakio nimmt die Kritik an. „Es geht nicht darum, ob man etwas mag. Sondern darum, das umzusetzen, was benötigt wird, um Spiele zu gewinnen“, erklärt er und schiebt hinterher: „Ich bin noch jung und muss noch lernen.“

Zudem hat das Team die zahlreichen Abgänge erfahrener Spieler zu kompensieren. Dass sich Labbadias Mannschaft noch finden muss, merkte man bei den Testspielen, bei denen es auffallend leise auf dem Platz zuging. „Das fehlt uns im Moment“, sagt Lukebakio, der weiß, „dass Kommunikation der Schlüssel zum Erfolg ist.“

Doch nicht nur in der Liga will er für Furore sorgen. Lukebakio peilt an, Herthas langersehnten Traum endlich wahr werden zulassen: den Einzug ins Pokalfinale. „Das Endspiel ist in unserem Stadion. Das wäre etwas ganz Besonderes für uns.“ Löst er sein Torversprechen bereits am Freitag ein, wäre der erste Schritt gemacht.