Sie hatten sich doch verbessert. Gerade einmal vier Strafminuten mussten die Eisbären Berlin bis kurz vor dem Ende des Spiels gegen Nürnberg absitzen, hatten zudem ein deutliches Plus bei den Torschüssen vorzuweisen und doch wurde es plötzlich noch einmal spannend. Der 2:3-Anschlusstreffer der Gäste ließ die Eisbären-Fans noch einmal fünfeinhalb Spielminuten um den schon sicher geglaubten Sieg bangen. Innerhalb von 59 Sekunden beruhigten Louis-Marc Aubry, Mark Olver und Landon Ferraro mit ihren späten Treffern die Nerven und sorgten für den 6:2-Endstand.

Druck auf Nürnberg

Knapp 45 Stunden nach der 0:4-Niederlage in Düsseldorf präsentierten sich die Eisbären am Sonntagabend deutlich formverbessert. Nach zahlreichen Schüssen von Beginn an war die 1:0-Führung eigentlich nur eine Frage der Zeit. Nach knapp zehn Minuten scheiterte Louis-Marc Aubry zunächst am Gästetorwart, setzte aber erfolgreich nach und eroberte die Scheibe zurück. Nachdem auch Landon Ferraro nicht treffen konnte, war es erneut Aubry, der eine gute Schussmöglichkeit bekam und diesmal erfolgreich war. So gut die Offensive der Eisbären funktionierte, so fehlerbehaftet präsentierte sich die Defensivabteilung. Hätte ein völlig verkorkster Wechsel in der Anfangsphase beinahe einen Rückstand zur Folge gehabt, so brachten sich die Gastgeber zudem immer wieder durch Fehlpässe im Aufbauspiel unnötig in Bedrängnis. 45 Sekunden vor der Drittelpause war das Berliner Glück allerdings aufgebraucht: Unter dem Nürnberger Forechecking unterlief den Eisbären im eigenen Drittel ein Fehlpass. Konnte Sebastian Dahm den ersten Schuss noch parieren, war der Eisbären-Keeper beim Nachschuss von Kevin Schulze machtlos. Marcel Noebels zeigte sich im Gespräch vor der Kabine dennoch ganz zufrieden: „Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen, haben sehr gut gespielt. Wenn wir so weiterspielen, sieht es gut aus.“

Auch im zweiten Drittel ließ die weiterhin nicht sattelfeste Defensivabteilung punktuell Chancen zu, aber die Eisbären kaschierten diese Schwäche mit zahlreichen Schüssen auf das Nürnberger Tor, 56 nach zwei Durchgängen. Doch für die Anerkennung des Treffers von Landon Ferraro brauchte es in der 23. Minuten den Videobeweis. Erst nachdem sich die Schiedsrichter die Szene noch einmal angeschaut hatten, konnten die 10 720 Zuschauer über eine gelungene Heimpremiere des neuen Angreifers jubeln. Und als in der 42. Minute John Ramage in doppelter Überzahl auf 3:1 erhöhte, verbesserte das auch gleichzeitig die Trefferquote. Aubry, Olver und Ferraro sorgten mit ihren späten Treffern dafür, dass nicht alle der 60 Torschüsse verpufften. Der zwischenzeitliche Anschluss störte niemanden mehr.