Berlin - Vor vier Jahren ließ sich der Snowboarder Martin Nörl ein Tattoo auf den rechten Oberarms stechen. Ein Kunstwerk, bestehend aus den fünf olympischen Ringen, einer „8“ für Platz acht bei den Spielen 2018 in Pyeongchang und „SBX“ für Snowboardcross, seine Disziplin. Platz acht war sein Highlight, damit „konnte ich zufrieden sein“.

Als sein erstes Kind unterwegs war, wollte er sein Brett dann in die Ecke stellen. Ihm habe die Perspektive gefehlt. Er war der Meinung, dass sich im Verband Snowboard Germany „etwas entwickeln muss“, ihm war wichtig, „dass ich vier Jahre später am Start sagen kann: Ich bin besser als damals.“

Neues Selbstbewusstsein für Olympia in Peking

Es hat sich etwas entwickelt. Und Nörl ist besser. Am Wochenende gewann er in Krasnojarsk seine Weltcup-Rennen zwei und drei. Wenn der 28 Jahre alte Sportsoldat aus Sonthofen im Allgäu am 10. Februar am Start des olympischen Wettbewerbs steht, könnte er sagen: Zeit für ein Favoriten-Tattoo. „Goldfavorit? Das bin ich bestimmt nicht“, sagte Nörl nach dem Doppelsieg in Russland. Warum? „In China herrschen andere Bedingungen. Das wird ganz schwierig.“ Immerhin gibt er zu: „Ich bin gut drauf und kann mit Selbstbewusstsein nach Peking fliegen.“ Beim Weltcup auf der Olympiastrecke wurde er im November Siebter. 

Dass sich im Verband etwas getan hat, beweist Platz zwei von Stefan Baumeister beim Parallel-Riesenslalom in Scuol/Schweiz. Andre Höflich belegte in der Halfpipe in Mammoth Mountain/USA Rang drei. Und: In Peking gilt Ramona Hofmeister als Medaillenfavoritin.