BerlinAlle Augen waren am Sonnabendabend auf Youssoufa Moukoko gerichtet. Auf den Stürmer von Borussia Dortmund, der am 20. November seinen 16. Geburtstag gefeiert hatte und ja tatsächlich fünf Minuten vor dem Spielende noch sein Debüt in der Bundesliga geben sollte – und das als jüngster Spieler in der Geschichte der höchsten deutschen Spielklasse. Der Mann des Abends war aber ein anderer, nämlich Erling Haaland, der beim 5:2 des BVB gegen den gastgebenden Hertha BSC vier Tore erzielte. Wenngleich es ohne den famosen Auftritt des Norwegers, der die Partie zeitig zugunsten der Schwarzgelben entschieden hatte, womöglich gar nicht zur Moukokos Premiere im Profifußball gekommen wäre. 

Wie dem auch sei, Moukoko kann sich jedenfalls ein Beispiel an dem unbändigen Kollegen nehmen. So wie der 20 Jahre alte Skandinavier geht man als junger Mann im besten Fall mit dem Rummel um seine Person um. So verschafft man sich Respekt auf und neben dem Platz. Keine große Klappe, lieber große Taten. Durchaus keck und nie um eine Antwort verlegen, aber in erster Linie immer auf das Wesentliche konzentriert, also auf die Weiterentwicklung der eigenen Fähigkeiten, damit man bestmöglich den hohen Erwartungen gerecht wird. 

Haaland, als Sohn des ehemaligen ehemaligen Premier-League-Profis Alf-Inge Haaland in Leeds geboren, ist ein Angreifer der Superlative. Einer, der einen späten Wachstumsschub erfuhr, 17 Zentimeter in zwei Jahren, dadurch enorm an Durchschlagskraft gewann, aber eben nichts von seiner Wendigkeit einbüßte. Über Molde FK (50 Pflichtspiele/30 Tore) und dem FC Red Bull Salzburg (27/29) kam er im Januar dieses Jahres für eine Ablösesumme in Höhe von 20 Millionen Euro nach Dortmund. Ein Coup für den Bundesligisten – wird Haalands Marktwert inzwischen nach 31 Toren in 30 Pflichtspielen doch auf 80 Millionen Euro taxiert. 

Zu guter Letzt hatte Haaland am Sonnabend übrigens noch ein dickes Lob für Moukoko parat. Er sagte: „Youssoufa ist das größte Talent der Welt.“ Zur Kategorie der Talente zählt er selbst hingegen nicht mehr, er ist inzwischen ein Klassestürmer, der zum Leidwesen der BVB-Fans womöglich schon bald die Farben eines ganz großen Klubs tragen wird.