Berlin - Schon 2018 hatte sich die Eisschnellläuferin Claudia Pechstein als olympische Fahnenträgerin ins Gespräch gebracht. Gewählt wurde allerdings der Nordische Kombinierer Eric Frenzel. Für die Winterspiele in Peking zählt die Olympia-Rekordteilnehmerin aus Berlin nun erneut zum Kandidatenkreis für die Wahl des Fahnenträger-Duos. Wie der Deutsche Olympische Sportbund am Montag bekanntgab, sind für die Aufgabe bei der Eröffnungsfeier am 4. Februar in Peking bei den Frauen neben der 49-Jährigen die viermalige Rodel-Olympiasiegerin Natalie Geisenberger sowie Ramona Hofmeister nominiert. Die Snowboarderin gewann 2018 Olympia-Bronze.

Allein würde keine von ihnen die Fahne tragen. Seit den Spielen im Sommer 2021 in Tokio gehen eine Frau und ein Mann an der Spitze der Mannschaften vorneweg. Bei den Männern hat der DOSB den Doppel-Olympiasieger im Bobfahren von 2018 in Pyeongchang, Francesco Friedrich, den vierfachen Rodel-Goldmedaillengewinner Tobias Wendl und den Kapitän der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft, Moritz Müller, vorgeschlagen. Einer von ihnen wird das Olympiateam beim Einmarsch ins „Vogelnest“-Stadion anführen.

Gewählt werden kann bis Sonntag

Gewählt werden die deutschen Fahnenträger seit den Spielen im Sommer 2016 in Rio de Janeiro jeweils zur Hälfte von den Athletinnen und Athleten des deutschen Teams sowie per Online-Abstimmung von Fans. Die Wahl dauert bis Sonntag. Präsentiert wird das Duo am 3. Februar.

Vor den Spielen in Pyeongchang 2018 hatte Pechstein bei der öffentlichen Abstimmung gewonnen, Frenzel konnte diesen Rückstand aber mit einer klaren Führung innerhalb des deutschen Teams aufholen. Am Kriterium „Erfolg“ kann das nicht gelegen haben - schließlich ist Pechstein Deutschlands erfolgreichste Winter-Olympionikin. Das zweite Kriterium lautet: „Vorbildfunktion“. Ganz offenbar waren die meisten Athleten eher nicht der Meinung, dass Pechstein eine Athletin ist, die laut DOSB-Anforderung an Fahnenträger, „nicht nur mit ihren Erfolgen, sondern auch mit ihrer Persönlichkeit und Haltung einen fairen und manipulationsfreien Leistungssport verkörpert“. 

Eishockey-Kapitän Müller spricht von einer großen Ehre

Nicht ganz unerwartet teilte die Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) mit, sie würde es begrüßen, wenn Pechstein als erfolgreiche Athletin nun bei ihrer achten Olympia-Teilnahme die schwarz-rot-goldene Flagge mit tragen dürfte. Präsident der DESG ist Pechsteins Lebensgefährte Matthias Große.

Eishockeyspieler Moritz Müller (35) von den Kölner Haien gehörte zur Mannschaft, die in Südkorea überraschend die olympische Silbermedaille gewann. Er sagte: „Alleine zum Kandidatenkreis zu gehören, ist eine große Ehre, und dann vielleicht wirklich die Fahne zu tragen, wäre einfach unglaublich.“