Dreht Packers-Quarterback Aaron Rodgers seine letzte Runde im Karussell?

Ist nach 18 Jahren in der NFL Schluss? Nach dem enttäuschenden Aus im Play-off-Rennen bringt Footballstar Aaron Rodgers kaum Licht ins Dunkel.

Packers-Quarterback Aaron Rodgers wirkt nach der Niederlage gegen die Detroit Lions nachdenklich. 
Packers-Quarterback Aaron Rodgers wirkt nach der Niederlage gegen die Detroit Lions nachdenklich. dpa/Morry Gash

Aaron Rodgers wollte sein Trikot nicht hergeben. Kurz grüßte der Footballstar die Fans auf den Rängen, bevor er in den Katakomben von Lambeau Field verschwand und die eine ganz große Frage zurückließ: War es das für den populären Quarterback der Green Bay Packers nach 18 Jahren in der NFL?

„Irgendwann stoppt das Karussell, und es ist Zeit auszusteigen“, sagte Rodgers nach dem bitteren Ausscheiden im Play-off-Rennen der US-Profiliga, sehr viel konkreter wurde der 39-Jährige nicht. Vor einer Entscheidung über seine Zukunft wolle er „die Emotionen rausnehmen“, erklärte Rodgers, zuvor hatte er mit der Franchise am letzten Spieltag durch ein 16:20 gegen die Detroit Lions erstmals seit 2018/19 wieder die Postseason verpasst.

2011 führte Rodgers die Packers zum bislang letzten Titel

Rodgers wären in der neuen Saison 60 Millionen Dollar garantiert, doch das ist für den „Leader of the Pack“ kein Faktor. Er habe schließlich schon haufenweise Geld gemacht und sei dem Klub dafür dankbar, sagte Rodgers bei der anschließenden Pressekonferenz, bei der er eine Strickmütze trug und eine Lederhalskette mit zwei Steinen. Die Verantwortlichen hätten „hoffentlich auch das Gefühl, dass ich viel davon verdient habe“.

Viermal wurde Rodgers als wertvollster Spieler der Saison ausgezeichnet, 2011 führte er Green Bay zum bislang letzten Titel in der amerikanischen National Football League und wurde Super-Bowl-MVP. Er hat den Klub lange geprägt, doch es ist denkbar, dass der Umbruch kommt und die Packers künftig auf Jordan Love setzen. Dass Green Bay den potenziellen Rodgers-Nachfolger 2020 in der ersten Runde draftete, war dem Altstar damals bereits sauer aufgestoßen.

Er sei Realist, sagte Rodgers jetzt, er könne sich Veränderungen bei den „älteren Jungs“ durchaus vorstellen. Und „es könnte an der Zeit sein, zurückzutreten. Aber ich könnte mir etwas Zeit nehmen und sagen: ‚Verdammt, nein. Ich muss noch mal angreifen.‘“ Das wolle er aber mit Abstand tun, erst mal, wiederholte er, müsse er die Enttäuschung in den Griff bekommen.

Im Vorjahr entschied sich Rodgers, der wegen Verweigerung der Corona-Impfung und einiger kruder Thesen 2021 für reichlich Schlagzeilen gesorgt hatte, Anfang März für die Fortsetzung seiner Karriere. Er betonte am Sonntag, dass auch diesmal viel Zeit zum Nachdenken sei. 

Was er denn wohl am meisten vermissen werde, wollte ein Reporter wissen. Nach langer Denkpause antwortete Rodgers mit einem Spitzbubenlachen: „Ihre Journalistenfragen.“ Dann wurde er ernst: „Mir werden die Jungs fehlen. Mir werden die Fans fehlen.“ Dann dankte der Quarterback den versammelten Pressevertretern. Alles kleine Indizien, die auf einen Abschied hindeuten, so wie das einbehaltene Trikot. Aber eben nicht mehr. Die große Frage blieb offen.