Berlin - Mit neuer Kurzhaar-Kampffrisur stand Unions Spielführer Christopher Trimmel in der Mixedzone des improvisierten Pressebereiches in der Alten Försterei. Sichtlich zufrieden mit sich und der Welt.

Zum einen, weil gerade der SV Darmstadt mit 3:1 (2:0) besiegt wurde. Zum anderen, weil er dem gefürchteten Zorn seines Kollegen Rafal Giekiwicz entkommen konnte.

Dem Torsteher des 1. FC Union sagt man ja leicht kahnesk anmutende Verhaltensmuster nach. Der Pole soll sich über vermeidbare Gegentore so dermaßen echauffieren, dass bei den Kollegen in der Kabine dann das große Zittern einsetzt, das die Gegner auf dem Feld immer vermissen.

Gelb-Sperre vermieden

„Ich war gar nicht erst in der Kabine, sondern bin gleich zu euch gekommen“, erwies sich der Burgenländer nach dem Sieg gegen die Lilien als weitsichtiger Zeitgenosse. Bis zu seiner Rückkehr sollte sich Gikiewicz wieder beruhigt haben.

Diese Hürde umdribbelte Trimmel also ebenso geschickt, wie er zuvor auf der rechten Flanke für mächtig Dampf gesorgt hatte. Sogar die im Raum stehende fünfte Gelbe konnte er ebenso vermeiden wie die Kollegen Manuel Schmiedebach, Grischa Prömel und Florian Hübner.

„Im Spiel denkt man sowieso nicht daran. Kann man auch nicht. Vielleicht, wenn es auf einmal schon zwei von uns getroffen hätte, dann wäre man sicherlich etwas vorsichtiger ran gegangen“, meinte der ehemalige österreichische Nationalspieler.

Am Ende mussten wir ackern

Musste er ja nicht. Und so strahlte er vollste Zufriedenheit aus. „Die ersten 75 Minuten haben wir das sehr sauber gemacht. Defensiv wieder stabil gewesen und offensiv unsere Aktionen gehabt. Auch Sebastian Andersson war sehr effektiv. So wünscht man sich das. Auch wenn wir am Ende etwas ruhiger am Ball sein müssen. Dann hätten wir das Tor vermieden und hätten zum Schluss heraus nicht so viel ackern müssen“, sagte Trimmel.

In Köln nicht verloren, in Hamburg nicht, Rang drei mit Tuchfühlung nach oben und ein kleines Polster auf die Verfolger. Setzt Union sich jetzt auf dem Relegationsrang fest, schicken sich die Eisernen gar an, den großen Sprung zu machen?

Nicht auf Augenhöhe mit Köln und HSV

Christopher Trimmel warnt davor, voreilige Schlüsse zu ziehen. „Klar, wir sind oben dabei. Das ist super. Das will jede Mannschaft erreichen. Aber alle wissen auch, wie stark der HSV und Köln sind. Da braucht keiner davon anfangen zu reden, dass wir mit denen auf Augenhöhe sind!“, sieht er keinen Grund dazu, abzuheben oder sich auf Erreichtem auszuruhen.

Es müsse schon viel Wasser die Wuhle runterfließen, ganz viel zusammenkommen, damit es für noch mehr reicht. Und von hinten, so Trimmel, drohe jederzeit Gefahr! „Die Liga ist eng. Wir müssen weiterarbeiten. Wenn man anfängt zu denken, wir werden locker da oben dran bleiben, verlieren wir. “