Berlin/Dresden - Die wegen Corona von November 2020 verschobene Mitgliederversammlung beim Fußball-Zweitliga-Aufsteiger Dynamo Dresden ist am Samstag nach zwei Stunden von der Versammlungsleitung abgebrochen worden. Serverprobleme bei der Online-Veranstaltung hatten schon bei Tagesordnungspunkt 2 eine erste Abstimmung verhindert. Trotz der Versuche des Dienstleisters, die technischen Probleme zu beheben, konnte nicht garantiert werden, dass ähnliche Schwierigkeiten bei einer Fortsetzung der Veranstaltung ausbleiben. Daraufhin erfolgte der Abbruch.

411 Mitglieder, darunter 391 stimmberechtigte, hatten sich zu Beginn der ersten Online-Mitgliederversammlung des Vereins eingewählt. Bei der Veranstaltung sollte ein neues Präsidium gewählt werden. Mit Spannung waren auch der Geschäftsbericht und die Bilanz nach der Corona-Saison erwartet worden. Das Dynamo-Präsidium entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten und versprach eine intensive Analyse und Aufarbeitung der Umstände.

Trotz Corona-Krise und Abstieg einen Gewinn erwirtschaftet

In einem Online-Pressegespräch ging der Kaufmännische Geschäftsführer Jürgen Wehlend am Samstagnachmittag auf einige Punkte ein. So werden Dienstleister und Geschäftsführung bis zum Donnerstag die Probleme aufarbeiten und bei einer Aufsichtsratssitzung das weitere Vorgehen besprechen. Aufgrund der Komplexität sieht Wehlend eine Neuansetzung der Mitgliederversammlung erst im November, wenn die für das Jahr 2021 obligatorische Versammlung ohnehin stattfinden wird. Dann werden zwei Geschäftsjahre behandelt.

Wehlend gab aber schon erste Zahlen bekannt. Nachdem im Geschäftsjahr 2019/2020 trotz der beginnenden Corona-Krise und des Abstiegs in die 3. Liga noch ein Gewinn von 1,25 Millionen Euro erwirtschaftet worden war, geht er für das Jahr 2020/2021 von vier Millionen Euro Verlust aus. Das sind rund 1,8 Millionen Euro weniger als befürchtet. Grund für die Verbesserung der Bilanz ist die Reduzierung beeinflussbarer Kosten, vor allem Investitionen im Digitalbereich. Werden zudem noch weitere Überbrückungshilfen für den damaligen Drittligisten ausgezahlt, kann sich der Verlust auf 2,5 bis drei Millionen Euro weiter verringern.

Der Geschäftsführer hofft, mit Beginn der neuen Saison ein Stufenkonzept für die Rückkehr der Zuschauer einführen zu können. Demnach könnten zunächst 10.000 Fans beim Saisonstart der 2. Bundesliga dabei sein und die Zahl Schritt für Schritt erhöht werden. Aus diesem Grund gibt es zunächst keine Dauerkarten, was sich im Saisonverlauf jedoch noch ändern kann.