Korrupter Spitzenfunktionär: Lamine Diack.
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Berlin/ParisDer frühere Leichtathletik-Weltpräsident Lamine Diack ist in einem Korruptionsprozess zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Ein Pariser Gericht verhängte gegen den 87 Jahre alten Senegalesen am Mittwoch vier Jahre Haft, von denen zwei auf Bewährung ausgesetzt wurden, wie die Finanzstaatsanwaltschaft bestätigte. Außerdem muss er eine Geldstrafe von 500.000 Euro zahlen. Das frühere Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees war 2015 in Paris verhaftet worden und stand seitdem unter Hausarrest.

Die Staatsanwaltschaft hatte für Lamine Diack im Juni eine Gefängnisstrafe von vier Jahren und eine maximale Geldstrafe von 500.000 Euro gefordert. Er war wegen Betrugs, Korruption, Veruntreuung und Geldwäsche angeklagt worden.

In seiner Amtszeit von 1999 bis 2015 als Präsident der IAAF (heute World Athletics) soll Diack laut Staatsanwaltschaft direkt oder indirekt mehrere Millionen Euro vorwiegend von russischen Athleten für die Vertuschung von positiven Doping-Tests erpresst haben. Mehrere Athleten konnten dadurch an den Olympischen Spielen 2012 in London teilnehmen und Gold gewinnen.

Lamine Diack galt als einer der einflussreichsten Spitzenfunktionäre, In seiner Ära profitierte er vor allem von Supersprinter Usain Bolt, der der Leichtathletik großen Glanz verliehen hatte. Die Affäre um den früheren Bürgermeister von Dakar sowie der Skandal um systematisches Doping in Russland haben den Ruf der olympischen Königssportart immens geschädigt. Sein britischer Nachfolger Sebastian Coe, langjähriger Vizepräsident unter Diack, reformierte und restrukturierte den Weltverband - und hat ihm auch als Signal eines Neuanfangs den neuen Namen World Athletics gegeben.