Ehrgeizige Saisonziele : Warum Union das Potenzial hat, oben mitzuspielen

Bad Saarow - Das erste Problem, das sich Urs Fischer in der Vorbereitungszeit hätte in den Weg stellen können, hat sich dank Löw’scher Schützenhilfe aus dem Weg geräumt. Die Terminüberschneidungen deutscher WM-Spiele mit Trainingseinheiten oder Testkicks der Eisernen geht jetzt gegen null.

Fischer spricht mit Kroos

Das war durchaus ein Thema bei den Eisernen dieser Tage. „Habe Mittwoch um 16.30 Uhr Training. Hilfe!!!!“, hatte Felix Kroos bei Bekanntgabe der ersten Übungseinheit im Kurztrainingslager in Bad Saarow getwittert. Dass es dann doch nicht so schlimm kam, Fischer seine neuen Schützlinge zum gemeinsamen Betrachten des deutschen Kicks einlud − im Nachgang muss man sagen „verurteilte“ − und für den Abend ein Läufchen durch die brandenburgischen Wälder rund um den Scharmützelsee in petto hielt, entkrampfte die Situation.

In Zukunft stellt sich das Problem ja nicht mehr. Oder höchstens noch für die beiden Schweden Simon Hedlund und Neustürmer Sebastian Andersson, die abseits des Teams ihre Landsleute beim 3:0 gegen die Mexikaner verfolgten. „Ein unglaubliches Spiel. Ich hätte nie mit drei Treffern gerechnet. Ich war fast geschockt“, verriet Hedlund mit einem Augenzwinkern.

Darum − und dass Union natürlich künftig von einen Angriff, ausgebildet in einem Land mit WM-Torhunger, reichlich Treffer erwarten dürfe − ging es dann wohl weniger in dem Gespräch, das Fischer gleich nach dem ersten gemeinsamen Mittagessen mit Felix Kroos führte. Eher ging es dann wohl darum, einen seiner potenziellen Führungsspieler gleich von Beginn an mit auf den Weg zu nehmen. Denn ein Kroos in Bestform − wie noch zu Beginn seiner Zeit bei Union als Leihspieler von Werder Bremen gezeigt − ist ein Unterschiedsspieler im Bundesliga-Unterhaus.

Bundesliga-Potenzial da

Und darum soll es ja wohl auch diese Saison gehen. Liga zwei − wenn möglich − doch so rasch wie möglich zu verlassen. Nach oben wohlgemerkt. Zu dem Schluss kommt man unweigerlich, wenn man die bisherigen Transfers so ansieht und den ersten Worten von Florian Hübner lauscht, dem Zugang von Hannover 96. „Ich denke, dass Union von der Stadt, von den Gegebenheiten, den Fans und der Qualität der Mannschaft, diejenigen sind, die nach Hamburg und Köln am ehesten das Potenzial haben, oben mitzuspielen. Und mein Ziel ist es natürlich, wieder hochzugehen in die erste Bundesliga“, sagt der 27-Jährige selbstbewusst.

Dass er dabei eine Rolle spielen wird, hält er für selbstverständlich: „Mit meiner Erfahrung aus den letzten Jahren mit vielen Zweitligaspielen und dem einen Jahr Bundesliga mit Hannover, kann ich meinen Teil dazu beitragen, um die Abwehr zu stabilisieren.“