Ärmel hoch und ran ans Werk: Niko Kovac gilt als fleißiger Trainer, der Spielern den Spaß an der Arbeit vermittelt.
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Berlin/MonacoEs gab so einige Berliner Fußballfreunde, die sich ein Engagement von Trainer Niko Kovac bei Hertha BSC von ganzem Herzen gewünscht hätten. Der 48-Jährige, geboren im Wedding, spielte von 1991 bis 1996 und von 2003 bis 2006 bei den Herthanern, ehe er als Fußballlehrer auszog, um erst Salzburg und dann Frankfurt im Sturm zu erobern. Sein größter Erfolg: Der historische DFB-Pokalsieg mit der Eintracht in „seinem“ Olympiastadion gegen den FC Bayern.

Direkt im Anschluss zog es ihn dann selbst zu den Münchnern, hinauf auf die ganz große Bühne. Doch unter dem Brennglas des europäischen Vorzeigeklubs stieß der Berliner erstmals auf Grenzen. Seine hemdsärmelige Art passte nicht in einen so gefestigten, strukturierten und oft auch konservativen Verein wie dem FC Bayern.

Doch statt zu seiner alten Liebe Hertha BSC und in die Hauptstadt zurückzukehren, die ihn, wenn man Stimmen aus dem Verein Glauben schenken darf, sehr gerne zurückgeholt hätte, zieht es Kovac nun ins Fürstentum Monaco. Er unterschrieb einen Dreijahresvertrag.

Wäre die Rückkehr ans Olympiastadion emotional sicherlich die richtige Entscheidung gewesen, passt das mögliche Engagement bei der AS Monaco in sportlicher Hinsicht mindestens genau so gut. Denn der Traditionsverein aus dem Stadtstaat lechzt nach Jahren des schönen, teuren, zu oft aber erfolglosen Fußballs nach einem Schleifer, der die unzähligen Supertalente, die die Jugendakademie der Monegassen jedes Jahr hervorbringt, zum Schwitzen animiert und ihnen bestenfalls sogar noch den Spaß daran vermittelt.

Kovac hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er in der Lage ist, aus hochveranlagten Freigeistern wie Luka Jovic, Ante Rebic oder Kevin-Prince Boateng das Optimum herauszuholen und ihnen gerade so viel Raum zu lassen, dass sie sich uneingeschränkt entfalten können, ohne dabei den Fokus zu verlieren. Vor allem Jovic und Rebic konnten nach Kovac bislang nicht mehr an ihre Topform anknüpfen.

Künftig soll dem einstigen Weddinger Kiezkicker das auch mit Monacos schlampigen Talenten wie Keita Baldé oder Gelson Martins gelingen. Gelingt ihm das, könnte das Engagement im Fürstentum lange und erfolgreich werden. Eine Rückkehr zu Hertha BSC muss jedenfalls erst einmal warten.