Gefordert: Nationalspieler Paul Drux.
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BerlinDas 30:33 gegen MT Melsungen im Pokal-Viertelfinale war ein herber Schlag für die Füchse, ein Ereignis, das die Spieler um Trainer Velimir Petkovic schleunigst verarbeiten mussten. Denn das nächste Auswärtsspiel steht im eng gefassten Terminkalender schon bevor – und mit der TSV Hannover-Burgdorf wartet am Sonntag (13.30 Uhr) kein Aufbaugegner auf die Hauptstädter.

Ganz im Gegenteil. Die Niedersachsen sind trotz der Niederlagen in Kiel und Leipzig noch immer ein ernsthafter Kandidaten auf die Meisterschaft. Dank eines vorzüglichen Kaders, gespickt mit Nachwuchstalenten und Nationalspielern. Was allerdings bei der Turn- und Sportvereinigung in dieser Spielzeit den Unterschied ausmacht, ist eine Defensive, die sehr beweglich ist, gut verschiebt und gleichzeitig antizipativ den Gegner unter Druck setzt, Fehler provoziert und dadurch Gegenstöße möglich macht.

Abwehrchef Jakov Gojun droht auszufallen

Gerade dieses System könnten den Füchsen aber in die Hände spielen. Denn wenn ein Hannoveraner Spieler im Eins-gegen-Eins den Kürzeren zieht, ergeben sich große Lücken. „Wir haben gegen diese Deckung schon oft sehr gut gespielt. Das liegt uns“, erklärt Petkovic und verweist auf Jacob Holm, Fabian Wiede und Paul Drux, die durch ihre Schnelligkeit Räume schaffen und von der Abwehr profitieren könnten.

Die Defensive der Füchse wiederum hat besonders gegen Magdeburg und Mannheim mit der nötigen Aggressivität und Cleverness überzeugt. Doch genau auf dieser Position könnte sich ein Problem ergeben. Abwehrchef Jakov Gojun hat beim Pokalfight gegen Melsungen in der sechsten Minute den Ellenbogen von seinem Landsmann Marino Maric in die Rippen bekommen und kämpft jetzt mit den Nachwirkungen. Von einem Bruch sei momentan nicht auszugehen, allerdings könnte ihn eine muskuläre Verletzung von einem Einsatz am Sonntag abhalten. Außerdem ist Fabian Wiede angeschlagen.

Wie zuletzt bei der deutschen Nationalmannschaft könnte Paul Drux im Mittelblock aushelfen. Was jedoch Auswirkungen auf die Durchschlagskraft des Nationalspielers in der Offensive haben könnte. „Jeder weiß, wie viel Kraft es kostet in der Defensive auf dieser Position zu decken und gleichzeitig im Angriff Leistungsträger zu sein“, gibt Petkovic zu bedenken, „aber ich muss diese Option trotzdem in Betracht ziehen“.