Die Olympia-Auswahl der DDR 1963 in Hannover, mit dabei Kurt Liebrecht (2. v. r.).
Foto: Imago Images

Stendal/Schwerin - Beide gehören nicht zu den Größen des runden Leders im Osten der Republik. Ganz unterm Radar sind sie trotzdem nicht gelaufen. Im Gegenteil. Auf ziemlich spektakuläre Momente dürfen sie heute noch stolz sein in Stendal und in Schwerin. Im Pokal haben sie für Furore gesorgt, Nationalspieler gingen aus ihren Reihen hervor, Torschützenkönige bildeten den Schrecken der gegnerischen Abwehrreihen und auch Publikumslieblinge sind bei ihnen gewachsen. Nur auf ihn müssen sie inzwischen verzichten: Einer wie Kurt kommt nicht mehr.

Mit diesem Begriff ist damals noch niemand hausieren gegangen: Kult-Spieler. Wenn es einer bei Lok Stendal seinerzeit aber war, dann Kurt Liebrecht. Auf ihren „Kuddel“ lassen sie nichts kommen in der Altmark. Mit 16 Länderspielen ist er der Rekordnationalspieler seines Vereins, mit Ernst Lindner (6 Länderspiele) und Gerd Backhaus (3) gibt es bei Lok jedoch zwei weitere Nationalspieler, die im Stadion Am Hölzchen zu Hause waren und nicht nur dort Tore wie am Fließband erzielten. Lindner wurde 1956 bester Torjäger der DDR-Oberliga und Backhaus, Mitglied des Olympiateams, das 1964 in Tokio Bronze gewann und zu dem Liebrecht den Sprung nur um Haaresbreite verpasste, acht Jahre später. Mit Kurt Weißenfels, Torschützenkönig 1952, haben sie das beste Vorbild in ihren eigenen Reihen.

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