Eintracht Braunschweig: Verlierereuphorie statt Körperhygiene

Womöglich lag es daran, dass es am Alkohol in Braunschweig noch nie fehlte. Der Klub, der einen Löwen im Klubemblem hat, ist schließlich einst nur knapp dem Schicksal entronnen, nach einem Sponsorschnaps benannt zu werden. Und viele glauben seit den Zeiten immer noch, der Hirsch sei Eintrachts Wappentier. Jedenfalls wirkten die 23 000 Zuschauer nach dem Erstligarrückkehrdebütspiel gegen Werder Bremen, als hätten sie nicht zu tief auf den Rasen sondern ins Glas geschaut.

Durch einen dummen Abwehrpatzer kurz vor Schluss war das Duell der Abstiegskandidaten 0:1 verloren gegangen, aber das Publikum sang erfreut, als wäre der Klassenerhalt gerade vorzeitig geglückt. Die Verliererprofis störte die Verlierereuphorie empfindlich in der Körperhygiene: „Wahnsinn, dass ich fünf Spieler aus der Dusche holen und noch mal zu den Fans schicken musste“, fand Sportdirektor Marc Arnold.

Dabei hatte sich nur einer schweißtreibend bewegt: Trainer Torsten Lieberknecht hüpfte, sprintete, schrie, wedelte mit Armen oder Fingern. Doch keiner seiner Spieler schien den Motivationskick verstanden zu haben, den der Übungsleiter vermeintlich pfiffig der Partie vorangesetzt hatte: Videoschnipsel von der Meisterschaft 1967 sowie vom Aufstieg 2013. (jöwi.)