Berlin - Eintracht Frankfurt freut sich auf eine weitere magische Europapokal-Nacht, bei Bayer Leverkusen ist die Stimmung nach den jüngsten sportlichen und personellen Tiefschlägen eher angespannt. Im Kampf um das Ticket für das Viertelfinale in der Europa League muss die Werkself gegen Atalanta Bergamo an diesem Donnerstag (18.45 Uhr, RTL+) ohne ihre verletzten Schlüsselspieler Florian Wirtz, Patrick Schick und Jeremie Frimpong einen 2:3-Rückstand aufholen. Den seit drei Pflichtspielen ungeschlagenen Hessen genügt im Rückspiel des Achtelfinales gegen Betis Sevilla (21 Uhr, RTL) nach dem 2:1 vor einer Woche dagegen schon ein Remis zum Weiterkommen.

Innerhalb von nur zehn Tagen ist die zuvor heile Bayer-Welt ein wenig aus den Fugen geraten. Durch die Niederlagen in Bergamo und im Bundesliga-Derby gegen den 1. FC Köln (0:1) muss der Tabellendritte der Fußball-Bundesliga um die internationalen und nationalen Saisonziele bangen. „Wir wollen es in die nächste Runde schaffen und werden dafür auf dem Platz alles geben“, versprach Leverkusens Trainer Gerardo Seoane am Mittwoch. Doch auch er weiß: „Es wird eine konstantere Leistung als im Hinspiel brauchen. Bergamo ist eine abgezockte Mannschaft mit hoher Intensität und Zweikampfstärke.“

Zudem drückt die schwere Verletzung von Jungstar Wirtz, der mit einem Kreuzbandriss lange ausfällt, auf das Gemüt. Nicht minder bitter für die Werkself ist der Riss der Syndesmose im rechten Sprunggelenk von Rechtsverteidiger Frimpong, der in dieser Saison ebenfalls nicht mehr spielen wird. „Wir trauern immer, wenn sich ein Spieler verletzt. Trotzdem müssen wir nach vorne schauen und alle noch mal näher zusammenrücken. Jeder muss Verantwortung übernehmen und seinen Anteil dazu beitragen“, sagte Seoane. Denn auch Torjäger Schick ist nach seiner Wadenverletzung noch nicht wieder fit.

Hochstimmung herrscht in Frankfurt. Nach zuletzt drei Pflichtspielsiegen in Serie gehen die Hessen zuversichtlich in das zweite Duell mit Betis Sevilla, zumal Trainer Oliver Glasner das stärkste Aufgebot zur Verfügung steht. „Wir wollen den Fans einen schönen Europa-League-Abend bieten und werden auf Sieg spielen“, verkündete der 47 Jahre alte Österreicher die Marschroute. Zusätzliche Motivation ziehen seine Schützlinge aus der Saison 2018/19, als die Eintracht im Halbfinale erst im Elfmeterschießen am späteren Cup-Gewinner FC Chelsea scheiterte. Glasner mahnte jedoch davor, den Gegner zu unterschätzen. „Wir benötigen wie im Hinspiel eine absolute Topleistung“, sagte der Eintracht-Trainer und mahnte: „Wir tun gut daran, nicht irgendwelche Luftschlösser aufzubauen und darüber nachzudenken, wohin die Reise gehen könnte.“