Berlin - Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen wollen die Bundesliga-Tristesse hinter sich lassen und in der Europa League wieder ihr besseres Gesicht zeigen. Mit einem Sieg bei Olympiakos Piräus am Donnerstag (18.45 Uhr, TVnow) würden die Hessen aus eigener Kraft vorzeitig zumindest den Einzug in die Zwischenrunde perfekt machen. Und auch die Werkself kann bereits das Weiterkommen in die Play-offs sichern, wenn sie kurz darauf (21 Uhr, RTL) das Duell mit Betis Sevilla für sich entscheidet und gleichzeitig Celtic Glasgow bei Ferencvaros Budapest verliert.

Es wäre ein Wendepunkt, denn nach gutem Saisonstart mit phasenweise berauschendem Offensiv-Fußball durchlebt Trainer Gerardo Seoane gerade seine erste Krise mit Bayer. Fünf Pflichtspiele in Serie hat Leverkusen zuletzt nicht gewonnen. Darunter waren die 1:5-Klatsche gegen den FC Bayern München in der Liga und das peinliche 1:2 im DFB-Pokal gegen Zweitligist Karlsruher SC. Dennoch sieht Seoane der Aufgabe zuversichtlich entgegen. „Wir freuen uns immer auf Spiele. Dafür leben wir. Das ist der beste Tag der Woche“, sagte er am Mittwoch und fügte hinzu: „Wir wollen die tabellarische Situation verteidigen.“

Leverkusen führt die Gruppe G mit sieben Punkten vor den punktgleichen Spaniern an. Celtic Glasgow (3) liegt deutlich dahinter auf Rang drei. Doch die Aufgabe hat es in sich, zumal nach dem verletzten Mittelstürmer Patrik Schick auch dessen Vertreter Lucas Alario auszufallen droht. „Es ist eine spielstarke Mannschaft mit viel Erfahrung. Da gibt es Spieler, die spielen seit 15 Jahren auf Topniveau“, warnte Seoane vor Betis.

Eine ähnliche Konstellation gibt es in der Gruppe D, in der die Eintracht mit sieben Punkten an der Spitze steht. Und auch sonst gibt es Parallelen, dümpeln die Hessen in der Bundesliga nach nur einem Sieg aus zehn Spielen doch sogar nur auf Rang 15 herum. Zu allem Überfluss fällt in Piräus nun auch noch Flügelflitzer Filip Kostic aus. Der Serbe trat die Reise nach Griechenland am Mittwochmittag wie der ebenfalls verletzte Ajdin Hrustic nicht mit an. Beide hatten zuvor schon beim Abschlusstraining gefehlt. Verzichten müssen die Hessen ferner auf Stürmer Goncalo Paciencia und Defensivmann Christopher Lenz, die jeweils mit Muskelverletzungen ausfallen.

Dennoch geht die Eintracht die Aufgabe nach dem jüngsten Last-Minute-Remis gegen RB Leipzig zuversichtlich an. „Wir funktionieren als Mannschaft, das ist wichtig“, sagte Torwart Kevin Trapp. Der 31-Jährige gehört zu den wenigen Eintracht-Profis, die seit Wochen konstant ihre Leistung bringen. „Ich fühle mich sehr gut“, berichtete er jüngst nach dem Leipzig-Spiel. „Ich habe gemerkt, dass ich am besten damit fahre, wenn ich mich nur auf mich selbst konzentriere und fokussiere und alles andere ausblende. Damit bin ich auch am glücklichsten.“