Berlin - Großer Respekt, aber keine Angst: Mit einer magischen Fußballnacht wollen Eintracht Frankfurt und RB Leipzig am Donnerstag für ein Novum sorgen: Noch nie seit Einführung der Europa League 2009 sind zwei Bundesligisten ins Halbfinale eingezogen. Die Chancen dafür sind vorhanden, doch vor allem die Frankfurter müssen in ihrem „Jahrhundertspiel“ beim FC Barcelona noch einmal über sich hinauswachsen.

Gegen FC Barcelona muss für Eintracht Frankfurt ein Sieg her

Bereit dafür sind sie. „Wir fahren dahin und schlagen die“, versprach Sportvorstand Markus Krösche. Das Viertelfinal-Rückspiel (21 Uhr, RTL) im altehrwürdigen Camp Nou gegen den spanischen Spitzenklub elektrisiert die Massen. Nach Barcelona werden rund 30.000 Eintracht-Fans mitreisen und die katalanische Metropole schon vor dem Anpfiff eines der größten Spiele der jüngeren Eintracht-Geschichte in einen Ausnahmezustand versetzen.

Mut macht der bemerkenswerte Auftritt beim 1:1 im Hinspiel vor einer Woche, als man den großen Favoriten an den Rand einer Pleite gebracht hatte. Die Hoffnung auf eine Sensation und das nächste Halbfinale nach 2019 – sie lebt. „Zusammen mit den Fans wollen wir dort etwas Großes erreichen“, sagte Kapitän Sebastian Rode. Dies sei eine „Extra-Motivation“, betonte Krösche in der Bild-Zeitung, „diese Emotionen will und braucht jeder Spieler“.

Zugleich forderte er von der Mannschaft, gegen den fünfmaligen Champions-League-Sieger aus Spanien „noch eine Schippe draufzulegen“. Mit dem Hinspiel-Ergebnis sei „alles drin“, betonte Trainer Oliver Glasner – und erhielt Unterstützung von Kevin Trapp. „Wer jetzt nicht dran glaubt, ist fehl am Platz“, sagte der Nationaltorhüter.

RB Leipzig geht mit Selbstvertrauen in das Match gegen Atalanta Bergamo

Bei RB Leipzig ist das Selbstvertrauen nach zwölf Pflichtspielen in Folge ohne Niederlage noch größer. Doch das 1:1-Hinspielergebnis gegen Atalanta Bergamo ist gefährlich, zumal der Tabellenachte der Serie A im Rückspiel (18.45 Uhr, RTL+) Heimrecht genießt. „Wir müssen uns verbessern“, forderte Trainer Domenico Tedesco, „sonst wird es schwierig.“

Die „Maschinen“, wie der RB-Coach die körperlich robusten Profis aus Bergamo nennt, werden den deutschen Vizemeister wohl wieder mit einer Manndeckung über fast den ganzen Platz jagen. „Es wird bis zum Ende ein heißes Spiel mit viel Intensität“, prophezeite RB-Stürmer Yussuf Poulsen, der sich gerne „die Möglichkeit auf einen Titel“ bewahren will.

Im Hinspiel haben sich Christopher Nkunku und Co. aber von der Körperlichkeit beeindrucken lassen und „viele unnötige Fehler“ produziert, kritisierte Tedesco: „Das müssen wir limitieren, das wird auf dieser Bühne extrem bestraft.“ Atalanta verpatzte wie schon vor dem Hinspiel die Generalprobe, verlor auswärts 1:2 bei US Sassuolo. Doch davon lässt sich Tedesco nicht blenden, auch nicht von den Personalproblemen der Italiener. Atalanta sei „eine Topmannschaft, entsprechend brauchen wir eine Topleistung“.