Rune Jarstein, Torwart

Erst drei Minuten vor dem Halbzeitpfiff bekam der Norweger Gelegenheit, sich mit einer Parade auszuzeichnen. Da stand es aus seiner Sicht schon 0:2, was auf einen tristen Torhüternachmittag schließen lässt. Machte bis auf eine Ausnahme, als er in der 57. Minute mit ausgestrecktem Arm und Andy-Köpcke-Faust durch seinen Fünfmeterraum irrlichterte, aber dennoch einen ziemlich sicheren Eindruck. Bei den Gegentoren chancenlos.

Marvin Plattenhardt, Linksverteidiger

Die Regel lautet: Wer als Verteidiger eine Grätsche braucht, hat schon verloren. Gilt auch für den Linksverteidiger, dem nach einer Grätsche in der 35. Minute der Ball gegen den linken Arm sprang. Unglücklich, einerseits, weil das sicherlich keine elfmeterwürdige Szene war, andererseits gibt es eben die soeben erwähnte Regel. Auch bei seinen Flanken und Freistößen wirkte er ungewohnt unpräzise. Als Ersatztorwart für den geschlagenen Jarstein hatte er mit einer Fußparade nach 57 Minuten seine beste Szene.

John Anthony Brooks, Innenverteidiger

In der Spieleröffnung nicht fix genug, was dazu führte, dass die Gastgeber beim Pressing  auch wiederholt die avisierten Erfolge erzielten. Auch bei dem einen oder anderen Zweikampf wirkte er nicht so entschlossen wie gewohnt. Waren’s die Muskeln, die er in der Vorbereitungszeit laut Bekunden der medizinischen Abteilung überstrapaziert hatte? Wohl kaum, beim Anschlusstreffer konnte er mit einem wuchtigen Kopfstoß seine Spielfitness unter Beweis stellen.

Niklas Stark, Innenverteidiger

Etwas fixer als sein Innenverteidigerkollege in der Spieleröffnung, aber so sehr mit dem Verteidigen beschäftigt, dass seine Klasse beim Einfädeln eigener Angriffe einfach nicht zum Tragen kommen wollte. Immerhin: er war Herthas aufmerksamster Zweikämpfer.

Peter Pekarik, Rechtsverteidiger

Was den Slowaken davon abhält, sich nicht nur ein Mal im Jahr, sondern wenigstens ein Mal pro Spiel in das Angriffsspiel von Hertha BSC einzuschalten, bleibt ein Rätsel. Ist es das Nein des Trainers, der eine Ahnung hat, was das bringt oder eben nicht bringt? Oder die Angst des Spielers vor dem Konter? Darüber hinaus wurde Pekarik von Bayers linker Flanke gleich mehrmals überspielt. Sei es von Wendell oder eben auch Chicharito. In Zeiten, in denen Außenverteidiger mehr als nur Verhinderer sein sollten, ist das viel zu wenig für den Anspruch einer Spitzenmannschaft.

Fabian Lustenberger, defensives Mittelfeld

Wie so oft einsatz- und lauffreudig, wie so oft aber auch in der zentralen Mittelfeldposition nicht so einflussreich, wie sich das ein Trainer von einem zentralen Mittelfeldspieler erhofft. Brachte sich mit zwei frühen Fehlpässen selbst um den Mut zum Steilpass. Leithammel geht anders.

Per Skjelbred, defensives Mittelfeld

Der Leverkusener Kreisel mit Hakan Calhanoglu, Julian Brandt, Chicharito und Karim Bellarabi brachte den Norweger um all die Ruhe, die es braucht, um dem Spiel der eigenen Mannschaft Struktur zu geben. Fußball laufen statt Fußball spielen, war für ihn angesagt.

Vladimir Darida, zentrales Mittelfeld

Er ist bei Hertha ja für gewöhnlich der Mann, der mit kleinen Aktionen die großen Dinge bewirkt. Gegen Bayer fand der Tscheche zu keiner Phase Bindung zum Spiel, wurde von Pal Dardai eigentlich viel zu spät, nämlich erst nach 82 Minuten, vom Platz geholt.

Valentin Stocker, linkes Mittelfeld

„Stocki“ habe ein Zeichen gesetzt, sagte Pal Dardai in seinem Wintertrainingslagerfazit, was der Schweizer freilich als Lob verstehen sollte. Das erste Zeichen, das Stocker im ersten Pflichtspiel des Jahres setzte, war er ein wilder Befreiungsschlag, der auf der Tribüne landete. Das zweite Zeichen  ein noch wilderer Befreiungsschlag, mit dem er den Leverkusenern nach einem Freistoß das 1:0 ermöglichte. Alle Zeichen standen danach auf eine frühe Auswechslung des 27-Jährigen – bis ihm eine Minute vor dem Pausenpfiff der Anschlusstreffer gelang. Nach dem Wechsel agilster Berliner.

Alexander Esswein, rechtes Mittelfeld

Auffällig – aber gerade mal 15 Minuten lang. Danach empfahl er sich bei Pal Dardai für eine vorzeitige Auswechslung. Dardai folgte den Hinweisen in der 66. Minute.

Vedad Ibisevic, Angriff

Zwei sehr gute Torchancen boten sich dem Kapitän. Die erste nach einer Viertelstunde, als er sich nach gekonnter Ballannahme ebenso gekonnt drehte, aber mit seinem wuchtigen Schuss aus 16 Metern das Tor verfehlte. Die zweite nach 70 Minuten, als er aus sechs Metern frei zum Abschluss kam, aber mit seinem Schüsschen Bernd Leno zur Glanzparade einlud. Es bleibt dabei: Hertha BSC braucht seine Tore, um im Wettbewerb um die Champions beziehungsweise Europa League bestehen zu können.

Genki Haraguchi (ab 66. Minute), rechtes Mittelfeld

Machte mit ein paar gelungenen Aktionen Hoffnung, dass er in der Winterpause in die richtige Richtung gearbeitet hat. Wirkte weitaus lebendiger als Esswein, was an diesem Nachmittag allerdings auch nicht allzu schwer war.

Julian Schieber (ab 82. Minute), zentrales Mittelfeld

Blieb ohne Wirkung, was bei einer so späten Einwechslung doch eher der Normalfall ist.

Pal Dardai, Trainer

War mit dem Spiel seiner Mannschaft zufrieden, was doch ein wenig verwundert, weil die Mannschaft bei Weitem nicht ihr Potenzial abrufen konnte. Inwieweit er mit seiner Wintervorbereitung dafür verantwortlich gemacht werden kann, lässt sich nach nur einer Partie noch nicht endgültig sagen. Hätte jedenfalls noch viel früher mit seinen Einwechslungen Einfluss auf den Lauf der Dinge nehmen sollen. (BLZ)