Berlin - Am Dienstagnachmittag endete bei den Eisbären eine Ära: Nach 21 Jahren als Manager, davon 15 Jahre als Geschäftsführer, wechselt Peter John Lee, 65, als Stellvertreter von Luc Robitaille in den Aufsichtsrat des Rekordmeisters und gibt seinen Posten als Geschäftsführer auf. Diese Aufgabe übernimmt zukünftig Thomas Bothstede, sein bisheriger Stellvertreter. „Mit dem achten Titel hat das jetzt super gepasst“, sagt Lee, „wir hatten diesen Schritt ja schon lange geplant.“

Herausforderung durch Corona

Obwohl dieses Kapitel nun endet, hält sich die Wehmut bei Lee in Grenzen. „Ich bin nach wie vor beim Training dabei, vielleicht sogar noch häufiger als zuletzt“, sagt er. „Ich mache jetzt etwas mehr von den Sachen, die mir Spaß machen. Und Eishockey zu schauen, macht mir riesigen Spaß.“

Bei allen Erfolgen, die Lee als Architekt von acht Meisterschaften hatte, war ihm über die Jahre die Belastung anzumerken, die dieser Job eben mit sich bringt. Gerade auch die besonderen Umstände durch die Coronapandemie forderte Spieler, Funktionäre, alle Angestellten auf der Geschäftsstelle gleichermaßen.

Persönliche Schicksalsschläge

Noch dazu musste Lee in der jüngeren Vergangenheit schmerzhafte persönliche Schicksalsschläge wegstecken. 2019 verlor er zunächst seinen Sohn Chris, wenige Tage später starb Hartmut Nickel, der nicht nur wichtiger Mitarbeiter und Berater war, sondern diesen Club wie sonst kein Zweiter verkörperte. Die tägliche Arbeit mit den Eisbären waren eine wichtige Hilfe, um diesen Schmerz zu verarbeiten.

Für ihn sei die Zeit gekommen, „mich nicht mehr um alle Kleinigkeiten kümmern zu müssen“, sagt Lee. Er sehe sich nun viel mehr als Berater für seinen Nachfolger und Sportdirektor Stéphane Richer. „Ich unterstütze sie, wo immer ich kann.“ Dennoch hat er als Aufsichtsrat nun das letzte Wort über Budgets, Verpflichtungen, grundsätzliche strukturelle Entscheidungen. Bothstede fasst zusammen: „In meinem Verhältnis zu Peter wird sich eigentlich nichts verändern. Ich muss ihn immer noch bei allen wichtigen Entscheidungen um Erlaubnis fragen.“