Berlin - Es war genau das Achtungszeichen, das die Eisbären zum Abschluss der Nordgruppe senden wollten: Mit dem 8:1-Heimsieg unterstrichen sie nicht nur ihre Ausnahmestellung im Norden, sondern machten auch den kommenden Gegnern aus dem Süden klar, was sie ab dem kommenden Sonntag erwartet. „Wichtig ist, dass wir jetzt mit einem guten Gefühl gegen die Südgruppe starten können“, sagte Stürmerstar Marcel Noebels, „wenn wir über sechzig Minuten gutes Eishockey spielen, brauchen wir uns vor keinem zu verstecken.“

Wertvollster Spieler der Vorsaison

Was maßgeblich mit Noebels zu tun hatte, der am Sonntag seinen 29. Geburtstag feierte: Im ersten Drittel bereitete der Nationalstürmer beide Treffer von Leonhard Pföderl und das Tor von Lukas Reichel mustergültig vor, später lieferte er die Vorlage zum 6:0, das Zach Boychuk im Powerplay erzielte. Mit nunmehr 37 Scorerpunkten in 23 Spielen baute der Flügelstürmer, der bereits in der vergangenen Saison zum wertvollsten Spieler der DEL gewählt wurde, seine Führung in der ligaweiten Rangliste weiter aus.

„Ich habe sehr viel unserem Trainer zu verdanken“, sagt Noebels über seine Leistungsexplosion der vergangenen zwei Jahre, „seitdem Serge Aubin hier ist, spüre ich großes Vertrauen, und das möchte ich gerne zurückgeben.“ Neben seinen ganz offensichtlichen offensiven Fähigkeiten geht manchmal fast unter, dass er auch die defensiven Aufgaben außerordentlich ernst nimmt. „Meine Qualitäten werden jetzt anders wahrgenommen.“

Fixpunkt in der Offensive

Unabhängig davon, wer an seiner Seite stürmt, hat sich Noebels zum Fixpunkt in der Berliner Offensive entwickelt. 2018 hatte er nach olympischem Silber an der Seite von André Rankel und Louis-Marc Aubry seinen Durchbruch als Torjäger, vergangene Saison brillierte er zusammen mit Leo Pföderl und James Sheppard, der bekanntlich zu den Kölner Haien wechselte. Ein Transfer, der Noebels sichtlich missfiel, weil er seiner Meinung nach so gar nicht zu den Ambitionen der Eisbären passte.

Doch dann hat sich mit Lukas Reichel und Pföderl das wohl aufregendste Trio der DEL gebildet. „Wir haben unheimlich viel Spaß an dem, was wir tun. Aber wir arbeiten auch hart füreinander, das sollte man nicht vergessen“, so Noebels. „Wir wollen die beste Reihe sein, die es in der Liga gibt, und ich glaube, wir sind auf einem guten Weg.“

Weil der 18 Jahre alte Reichel bereits im vergangenen Jahr von den Chicago Blackhawks im Draft der National Hockey League (NHL) in der ersten Runde ausgewählt wurde und in absehbarer Zeit in die weltbeste Eishockeyliga wechseln könnte, schwingt bei Noebels aber schon ein wenig Wehmut mit: „Ich genieße momentan die Situation. Wer weiß, wie lange wir drei noch zusammenspielen können“, sagte er. Aber noch besteht genügend Zeit für ein paar Achtungszeichen.