Landon Ferraro spielte zuletzt für Iowa Wild in der AHL.
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BerlinFür die Profis der Eisbären lag der Fokus am Freitag natürlich ganz auf dem Heimspiel gegen die Krefeld Pinguine (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe). Sportdirektor Stéphane Richer hingegen war bereits am Nachmittag gefordert, um Landon Ferraro am Flughafen Tegel in Empfang zu nehmen. Er sagt über den 28 Jahre alten kanadischen Flügelstürmer: „Landon ist ein guter Two-Way-Spieler, der auch scoren kann. Er passt gut ins System, er bringt viel Erfahrung aus der AHL und der NHL mit.“ Frühestens am Sonntag in Ingolstadt wird er erstmals mit seinem neuen Team auflaufen.

Vergangene Saison stand Ferraro im Kader des AHL-Teams Iowa Wild, Farmteam des NHL-Klubs aus Minnesota. Eine durchwachsene Spielzeit mit nur zwölf Einsätzen und fünf Scorerpunkten, zurückzuführen auf eine Leistenverletzung, steht nicht sinnbildlich für die Karriere Ferraros. Insgesamt 84 Partien bestritt er in der besten Eishockeyliga der Welt− für die Detroit Red Wings, die Boston Bruins und Minnesota Wild. Sieben Tore und fünf Vorlagen kann er hier vorweisen. Deutlich torgefährlicher zeigte sich der Sohn der NHL-Legende Ray Ferraro in der AHL mit 101 Toren und ebenso vielen Vorlagen in 387 Partien. 2012/2013 gewann er als Teamgefährte von Louis-Marc Aubry mit den Grands Rapids Griffins den AHL-Titel.

Soziales Engagement

Ferraro hat vergangene Saison aber auch außerhalb des Eises höchste Anerkennung erworben. Ihm wurde der Yanick Dupré Memorial Award verliehen, welche eine Auszeichnung an den Spieler ist, der sich durch besonderes Engagement in der Gesellschaft hervortut. Ferraro hatte sich besonders für die die Stiftung seines Jugendfreundes und ehemaligen Mitspielers Craig Cunningham eingesetzt. Im November vor drei Jahren wurde Cunningham aufgrund von Kammerflimmern auf dem Eis bewusstlos, ein Herzstillstand war die Folge. Obwohl die Ärzte sein Leben retten konnte, musste ein Teil seines linken Beins amputiert werden. Mit seiner Stiftung will er auf die Risiken von Herzerkrankungen aufmerksam machen.

Bei den Eisbären soll Ferraro die noch etwas schwerfällige Offensive ankurbeln. Vor dem Spiel gegen die Pinguine trafen die Berliner nur 18-mal ins gegnerische Tor. Das ist bei einem Spiel weniger als die meisten Konkurrenten der zweitschlechteste Wert der Liga. Einzig die Kölner Haie erzielten noch weniger Treffer (16).

Torwart Steffen lizenziert

Die künftige Nummer 28 im EHC-Kader erhält die neunte Ausländerlizenz. Somit ist also eher nicht davon auszugehen, dass die Eisbären baldigen Handlungsbedarf im Tor nach der Verletzung von Marvin Cüpper sehen. Zumal DNL-Keeper Eric Steffen lizenziert wurde und somit theoretisch auch in der DEL einsatzfähig ist.