Justin Pogge, der am Freitag ein gelungenes Debüt gab, musste schon nach drei Minuten seinen Platz im Eisbären-Tor räumen.
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IserlohnInnerhalb von acht Minuten bewahrheiteten sich die schlimmsten Befürchtungen. Nach dem 4:3 gegen Spitzenreiter München am Freitag hatte Siegtorschütze Leo Pföderl bereits die Sorge geäußert, dass die Partie bei den Iserlohn Roosters die schwierigere an diesem Wochenende werden würde. Dass es nach besagten Minuten 0:4 stehen wird und die Eisbären ausgerechnet beim Tabellenletzten mit 2:5 einen üblen Rückfall erleiden, war natürlich nicht abzusehen.

Dass die chronisch offensiv schwachen Sauerländer, bis dahin zugleich das schwächste Powerplay-Team der Liga, bereits in der dritten Minute zum 1:0 durch Ex-Eisbär Jamie MacQueen in Überzahl trafen, war bereits ein düsteres Vorzeichen aus EHC-Sicht. Und bevor die Möglichkeit bestand, darauf zu reagieren, lag der Puck schon wieder im Tor.  Robert Raymond wollte die Scheibe nach dem Bully eigentlich nur in Richtung Eisbären-Tor befördern, erwischte Keeper Justin Pogge dabei aber auf dem falschen Fuß und erzielte fünf Sekunden später das 2:0. Für Pogge war der Arbeitstag damit gelaufen.

Auch Dahm kann die Eisbären nicht retten

Aber auch Sebastian Dahm konnte die Nachlässigkeiten seiner Vorderleute nicht ausbügeln. Nur zwei Minuten später war es wieder Raymond, erneut spielten die Berliner in Unterzahl, der die Fans am Seilersee jubeln ließ. Und weil es noch dauerte, bis die Gäste in diesem Spiel angekommen waren, machte der ehemalige EHC-Profi Daniel Weiß das Tor-Quartett nach nicht einmal zehn Minuten voll.

Wie nach den Erfahrungen in dieser Saison zu erwarten, ließen die Eisbären den Arbeitstag nach dem Fehlstart nicht zu Ende trudeln. Der aktuell so torgefährliche Verteidiger Frank Hördler (22.) traf in doppelter Überzahl. Allerdings blieben zu wenige Chancen ungenutzt, so dass die Berliner mit der Bürde mit drei Toren Rückstand ins Schlussdrittel gingen.

Auch Bremerhaven verliert

Und es dauerte nicht lange, bis die Hoffnungen auf eine weitere fulminante Aufholjagd wie jüngst gegen Bremerhaven (4:5 n.V. nach 0:4 Rückstand) erstickt wurden. Nachdem Marcel Noebels auf 2:4 verkürzt hatte (45.), war es wieder MacQueen, der mit dem dritten Iserlohner Powerplay-Treffer seine Torjägerqualitäten unterstrich (48.).

Die beste Nachricht des Tages aus EHC-Sicht war, dass auch die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven in Schwenningen nicht über ein 2:3 hinauskamen und somit weiterhin hinter den Berlinern auf Rang fünf der Tabelle bleiben. Bei einer entsprechenden Reaktion am Freitag in Düsseldorf können die Berliner diesen Ausrutscher also schnell wieder vergessen machen.

Kai Wissmann sagte hinterher dennoch frustriert: "Ich denke, wenn es nach zehn Minuten schon 0:4 steht, dann ist das natürlich sehr scheiße. Wir müssen lernen, von Anfang an bereit zu sein."