Justin Pogge (Torwart EHC), pariert vor Jason Jaffray (Red Bull).
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BerlinFans haben meistens ein gutes Gespür dafür, wann sie ihrer Mannschaft noch einmal helfen müssen. Gut drei Minuten vor dem Ende und einem 3:3 auf dem Videowürfel der ausverkauften Arena am Ostbahnhof gab es deshalb für die bis dahin bravourös kämpfenden Eisbären Berlin noch einmal zusätzliche Unterstützung von den Rängen. Und das wirkte. Als es auf die Verlängerung hinauslief, fälschte Leo Pföderl 30 Sekunden vor der Schlusssirene einen Schuss von Frank Hördler zum 4:3-Sieg ab.

Eisbären-Torwart Justin Pogge: Ruhig und konzentriert

Der Eisbären-Kader war über den Jahreswechsel noch einmal geschrumpft: Lediglich drei Reihen konnten die Berliner im Duell mit dem Tabellenführer ins Spiel schicken. Neu dabei war Torwart Justin Pogge. Und viel besser hätte sich der 33-Jährige bei seinem Debüt gar nicht in das Spiel seiner neuen Mannschaft einführen können. Nicht nur, dass er die Anfangsphase ohne Gegentor überstand, nach 4:32 Minuten hatte er auch schon seinen ersten Scorerpunkt gesammelt. Bevor James Sheppard zu seinem Solo aus dem eigenen Drittel ansetzte und sehenswert zum 1:0 vollendete, hatte Pogge den Puck berührt. In seinem ersten Eisbären-Spiel wirkte Pogge sehr ruhig und versuchte sich immer wieder am Spielaufbau seiner Mannschaft zu beteiligen. Auch seine Teamkollegen wirkten sehr konzentriert, konnten die Angriffsbemühungen der Münchner oft im Keim ersticken. Die Gäste zeigten sich von der Gangart der Eisbären beeindruckt und leisteten sich immer wieder Fehler. Einen davon nutzte James Sheppard, als er im Mittelkreis in einen Münchner Angriff hinein seinen Schläger an den Puck bekam und völlig frei vor Kevin Reich auftauchte und zum 2:0 traf (7.).

Intensive Zweikämpfe

Nach gerade einmal 35 Sekunden im zweiten Abschnitt zappelte die Scheibe hinter dem neuen Torwart dann im Netz. Gegen Jason Jaffrays Schuss aus kurzer Distanz war der 33-Jährige machtlos. Die Eisbären aber zeigten sich von diesem frühen Anschlusstreffer der Münchner keineswegs geschockt. Auch mit der dünnen Personaldecke war das Spiel der Berliner weiter durch viel Einsatz und intensiv geführte Zweikämpfe geprägt. Genau das zwang die Münchner abermals zu einem Fehler, den diesmal PC Labrie mit einem Solo von der Mittellinie und dem Treffer zum 3:1 bestrafte (34.). Die Eisbären durften vom ersten Saisonsieg gegen München träumen, kassierten aber in Überzahl in der 38. Minute den abermaligen Anschluss.

„Wir müssen gegen München immer auf der Hut sein“, sagte Ryan McKiernan in der Drittelpause und wurde damit zu Beginn des Schlussdrittels bestätigt. In der 45. Minute war es erneut Jaffray, der einem Fernschuss die entscheidende Richtungsänderung gab und den Puck abfälschte. Doch das konnte auch Leo Pföderl mit seinem Siegtreffer.