Berlin - Nach dem 4:3 der Eisbären Berlin gegen die Mannheimer Adler wirkten beide Trainer etwas ratlos. Auf der eine Seite saß Sean Simpson, der die Niederlage des Gästeteams erklären sollte. Er sagte: „Ich kann nichts gegen meine Mannschaft sagen, es war eine gute Leistung.“ Auf der anderen Seite hatte Uwe Krupp Platz genommen. Er analysierte: „Das war heute eigentlich nicht unser Gameplan, aber ich bin natürlich froh über die drei Punkte.“

Dieses 13. Saisonspiel – womit die Eisbären bislang gegen jedes Team einmal gespielt haben – sollte stark abweichen von den bisherigen Berliner Partien in dieser Spielzeit. 40 Minuten lang wurden die Hausherren regelrecht eingeschnürt von den Gästen, die Angriff um Angriff auf das Tor von Petri Vehanen fuhren.

„Wir können froh sein, dass es hier nur 1:1 steht“, hatte Darin Olver nach dem ersten Drittel gesagt. Jens Baxmann hatte mit einem abgeschlossenen Konter durch die Beine von Mannheims Schlussmann Youri Zifzer den frühen Rückstand durch Jamie Tardif ausgeglichen (1.).

„Ein Spiel mit dem Feuer“

Über mangelnde Chancenverwertung konnten sich – anders als zuletzt – vor 11.529 Zuschauern am Sonntag nur die Gäste beklagen. Als es nach dem Mitteldrittel 3:2 stand, sprach Constantin Braun von „einem Spiel mit dem Feuer“.

Erneut waren die Adler durch Chad Kolarik in Führung gegangen (31.). Dank zweier Treffer, die aus Entlastungsangriffen resultierten, sorgten Olver (35.) und Kyle Wilson (38.) für die unverhoffte Wende in diesem Spiel.

Wieder Anschluss an die Spitzengruppe

Im Schlussdrittel kam es dann zu einem offenen Schlagabtausch. Die Mannheimer wirkten zunehmend wütend und glichen in Überzahl dank Aaron Johnson noch einmal aus (45.). Ausgerechnet Bruno Gervais, der sich in seinem letzten Spiel gegen Mannheim das Kreuzband riss, sorgte für die Entscheidung in der 51. Minute.

„Ich merke von Woche zu Woche, dass es besser wird. Das fühlte sich natürlich fantastisch an“, sagte er. Mit sechs Punkten an diesem Wochenende – am Freitag hatten sie 6:4 gegen Augsburg gesiegt – haben die Berliner wieder Anschluss an die Spitzengruppe der Liga.

Krupp zog dennoch ein durchwachsenes Fazit nach dem ersten Viertel der Saison: „Mal blitzt auf, dass wir gute Momente haben. Aber mal blitzt eben die Inkonstanz auf.“ Dass seine Mannschaft trotzt klarer Unterlegenheit gewann, passt zu einer bislang manchmal irritierenden Saison.