Berlin - Die virtuelle Pressekonferenz der Eisbären neigte sich gefühlt dem Ende, Kapitän Frank Hördler hatte sich bereits in den Feierabend verabschiedet, als Sportdirektor Stéphane Richer die wegweisende Entscheidung verkündete: Der zum Saisonende auslaufende Vertrag mit Serge Aubin wurde um weitere zwei Jahre verlängert. „Wir sind sehr zufrieden mit Serge Aubins Arbeit in den letzten zwei Jahren“, sagte er, „in seiner ersten Spielzeit in Berlin hat er mit der Platzierung unter den Top Vier gezeigt, dass er die richtigen Impulse auf der Trainerbank gesetzt hat. Auch in der schwierigen, laufenden Saison spielen wir sehr erfolgreich.“

Marcel Noebels blüht unter Serge Aubin auf

Wenn am Sonntag mit dem Heimspiel gegen die Augsburger Panther (17 Uhr, Magentasport) die zweite Saisonphase beginnt, werden die Eisbären längst nicht mehr nur als Verfolger der favorisierten Südteams aus Mannheim und München wahrgenommen. Mit durchschnittlich 2,167 Punkten pro Spiel, 98 Toren (Ligabestwert) und der zweitbesten Verteidigung (54 Gegentore) hat Aubins Mannschaft seit Ende März eindrucksvoll ihre Stärke unter Beweis gestellt.

Aubins Anteil an dieser Entwicklung ist nicht zu unterschätzen: Bereits in der vergangenen Saison präsentierten die Eisbären die Rückkehr zu einem offensiven druckvollen Eishockey, das die Zuschauer – als diese noch dabei sein durften – auch dann erfreute, wenn ein Spiel in einer Niederlage endete. Dieser Stil setzte sich mit teils ganz anderem Personal in dieser Spielzeit fort.

Große Vorbehalte der Anhängerschaft

Zudem zeigt sich bei der Entwicklung einiger Spieler der positive Einfluss Aubins. Marcel Noebels, der auch in dieser Saison ein Kandidat bei der Wahl zum wertvollsten Spieler sein wird, erklärt sein anhaltendes Hoch mit der Art seines Trainers. Er sagt: „Seit Serge Aubin hier ist, spüre ich großes Vertrauen und das möchte ich gerne zurückgeben.“ Dass Lukas Reichel, der ja bekanntlich in der ersten Runde des NHL-Drafts ausgewählt wurde, ein weiteres Jahr DEL als Chance und nicht als Rückschlag versteht, spricht ebenfalls für die überzeugenden Argumente des Trainerstabs.

Für Sportdirektor Richer ist diese positive Zwischenbilanz unter Aubin auch deshalb so befreiend, weil es in der EHC-Anhängerschaft anfangs große Vorbehalte gegenüber Aubin gab. Gemeinsam wirkten sie ja bei den Hamburg Freezers, ehe dieses Projekt 2016 jäh endete. Doch sowohl Richer als sportlich Verantwortlicher als auch Aubin als Übungsleiter und Bandenchef offenbaren, dass sie für die Weiterentwicklung der Eisbären die Richtigen sind.