Parker Tuomie weiß seinen Körper einzusetzen.
Foto: Imago Images/Eibner

BerlinDerzeit beschäftigt die Vereine der Deutschen Eishockey Liga (DEL) vor allem eine Frage: Wie wird die kommende Saison wohl aussehen? Neben dem Zeitpunkt ist angesichts der anhaltenden Einschränkungen aufgrund der Coronapandemie völlig unsicher, in welchem Modus der Spielbetrieb im Herbst wieder aufgenommen werden kann.

Trotz alle Ungewissheiten treiben die Eisbären den Aufbau des neuen Kaders voran. Mit Parker Tuomie, 24 Jahre alt, konnten die Berliner einen Stürmer verpflichten, der sich Nationalspieler nennen darf. In den vergangenen vier Jahren spielte er für das Collegeteam der Minnesota State University. Dort erwarb der Sohn des Augsburger Cheftrainers Tray Tuomie einen Abschluss im Fachbereich Kommunikation.

„Wir waren uns schon lange mit Parker einig, wollten ihm aber noch die Möglichkeit geben zu gucken, ob er eine Chance auf ein NHL-Engagement hat, da es einige Anfragen gab“, sagt Eisbären-Sportdirektor Stéphane Richer. „Er passt in seinem Alter hervorragend zu unserem immer jünger werdenden Team. Er ist ein starker Offensivspieler und wird uns auf den Flügeln noch mehr Kraft geben.“ 

Neues Terrain wird Tuomie nicht betreten, wenn er im Laufe des Sommers in Berlin aufschlägt. In der Saison 2009/2010 spielte er bereits in der Schüler-Bundesliga für die Eisbären Juniors, war hier unter anderen Teamkollege von Verteidiger Jonas Müller. „Ich habe gute Verbindungen mit den Eisbären. Berlin hat mir schon in meinem ersten Schülerjahr sehr gefallen“, sagt  Tuomie. „Die Eisbären haben sich sehr viel Mühe gegeben mich zu scouten, haben frischen Aufwind und ich freue mich sehr auf diese neue Chance.“ 

Die letzten Tage in den Vereinigten Staaten waren sehr prägend. Tuomie lebte bei seinem Onkel und seiner Tante in Minneapolis, rund 15 Minuten von der Innenstadt entfernt. Die Proteste nach dem brutalen Tod des Afro-Amerikaners Georg Floyd bei einem Polizeieinsatz bekam er hautnah mit. "Man hat den Rauch natürlich überall gesehen", erzählt er. "Es ist verständlich, wie die Leute reagiert haben. Wir müssen Fortschritte im Kampf gegen Rassismus machen."