Berlin - Das Gefühl, dass im Kader der Eisbären eine Lücke klafft, hatte man zuletzt nicht. Beim 4:2 gegen die Kölner Haie am Dienstagabend glänzte insbesondere Lukas Reichel, 18, der sich immer besser in der Mittelstürmerposition einfindet. Seine Reihe mit Marcel Noebels und Doppeltorschütze Leo Pföderl sorgte für alle vier Treffer und den vierten Heimsieg im vierten Spiel auf heimischem Eis. „Lukas spielt momentan wirklich sehr, sehr gut und hat Selbstvertrauen getankt“, lobte Noebels den Kollegen, der in dieser Saison noch das Eisbären-Trikot trägt, um dann den Schritt nach Nordamerika zu den Chicago Blackhawks zu wagen, die ihn bekanntlich in der ersten Runde des Drafts ausgewählt hatten.

Dennoch hatten die Eisbären ja schon länger angekündigt, auf der Centerposition noch mal nachlegen zu wollen. Und nun ist die Suche abgeschlossen: Zach Boychuk, 31, kommt vom Schweizer Spitzenclub HC Fribourg-Gottéron. Sportdirektor Stéphane Richer bezeichnet den Kanadier als „Zwei-Wege-Stürmer, der sich offensiv stark ins Spiel einbringt. Er ist ein international erfahrener Center, der uns auf dieser Position weiter verbessern wird.“

127 Spiele in der NHL

Der Kanadier bestritt 127 Spiele in der NHL, den Großteil davon für die Carolina Hurricanes, er trug zudem das Trikot der Pittsburgh Penguins und der Nashville Predators. Sein Debüt feierte er 2008 gegen die Los Angeles Kings, das Partnerteam der Eisbären. 2016 zog es den zweimaligen Goldmedaillengewinner bei der U-20-WM dann weiter in die russisch geprägte KHL, um dann in die Schweiz zu wechseln, wo er 2019 mit dem SC Bern den Titel gewann.

Im Spitzenspiel der Nordgruppe gegen Bremerhaven am Donnerstag (20.30 Uhr, Magentasport) werden die Eisbären allerdings noch auf seine Fähigkeiten verzichten müssen. In Corona-Zeiten steht zunächst ein aufwendiges Testprozedere an. Nach den jüngsten Erfahrungen muss den Berlinern das keine Sorgen bereiten, auch ohne Verstärkung wirkten sie keinesfalls lückenhaft.