Kampf um den Puck: Eisbär Florian Kettemer (l.) setzt sich ein.
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BerlinIhre Ankunft um kurz nach 17 Uhr war nicht zu überhören. „Hurra, hurra, die Nürnberger sind da“, hallte es durch die Hallen des Ostbahnhofs, von welchem sich die Fans der Ice Tigers in Richtung der benachbarten Arena begaben. Mit einem Sonderzug waren sie angereist, um ihr Team bei den Eisbären Berlin lautstark zu unterstützen. Die 0:2-Niederlage gegen abermals starke Eisbären aber sollte die Stimmung hörbar drücken.

Die Eisbären knüpften im ersten Drittel dort an, wo sie beim glanzvollen 5:1-Sieg gegen Mannheim aufgehört hatten. In der Verteidigung gingen sie konzentriert und diszipliniert zur Sache, das Angriffsspiel wirkte gut strukturiert und wurde mit zunehmender Spieldauer sogar dominant. Mit Kontern setzten die Gastgeber zusätzliche Nadelstiche. Die 1:0-Führung durch Marcel Noebels war da folgerichtig. Ihr Powerplay hatten die Eisbären in der 14. Minute geduldig zu Ende gespielt und mit Noebels den derzeit besten Abnehmer für die Scheibe gefunden. Sein trockener Schuss war bereits sein 15. Saisontreffer.

Gefahr des knappen Vorsprungs

Wenn man im ersten Drittel etwas hätte kritisieren wollen, wäre es die Chancenverwertung gewesen. Insgesamt 13 Schüsse gaben die Hausherren auf das gegnerische Tor ab, doch kein weiterer wollte reingehen. Die Partie blieb offen. Die Gefahr des knappen Vorsprungs hatte auch der Torschütze erkannt: „Wir müssen weiter vorsichtig sein, weil Nürnberg eine gute Kontermannschaft ist“, sagte Marcel Noebels in der Pause.

So lautstark die Nürnberger Fans sich nach dem Seitenwechsel ein Tor ihrer Mannschaft wünschten, es klappte nicht. Die Gäste gingen zwar etwas mutiger zu Werke, wurden vor in entscheidenden Momenten aber immer wieder gestört. Ein Überzahlspiel der Nürnberger Mitte des Abschnitts zeichnete ein perfektes Bild des Spiels. Während die Gäste überhaupt nicht in ihre Aufstellung im gegnerischen Drittel kamen, hatten die Eisbären durch Landon Ferraro die größte Chance auf einen Treffer.

Aubry verletzt sich

Es dauerte bis zur 37. Minute, bis sich die Kräfteverhältnisse auch auf dem Videowürfel ablesen ließen. Im Vier-gegen-vier verwandelte Austin Ortega einen Konter zum 2:0. Mit dem verletzungsbedingten Ausfall von Louis-Marc Aubry hatte es zuvor einen Wermutstropfen gegeben. Der Kanadier musste, während er sich das linke Knie hielt, in die Kabine geführt werden. Er kehrte nicht zurück.

Beide Teams hatten sich   mit dem Ergebnis arrangiert. Die Eisbären taten im Schlussdrittel nicht mehr als nötig, hatten Spiel und Gegner aber weiter im Griff. Während die Berliner Fans jubelten, verließen die Nürnberger die Arena   leiser, als sie sie betreten hatten.