Man könnte das 4:0 der Eisbären gegen die Adler Mannheim als äußerst angenehmen Testspielsieg einordnen. Der deshalb besonders Spaß machte, weil man den Erzrivalen regelrecht deklassierte. Die Spannung in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof mit ihren 14.200 Zuschauern hielt sich aber in Grenzen, weil ja schon seit Freitag feststeht, dass die Berliner in den Playoffs Heimrecht genießen.  Sie beenden die Hauptrunde sogar als Zweiter. Ob der Gegner Köln, Ingolstadt oder Straubing heißt, entscheidet sich in den Pre-Playoffs.

Allerdings ist es sinnvoll, das Match am Sonntagnachmittag als Generalprobe zu werten, als letzte Sichtung vor dem Ernstfall. Das erste Viertelfinale steigt am 15. März. „Es gibt einige Aspekte, an denen wir bis dahin arbeiten müssen“, sagte Cheftrainer Uwe Krupp.  Das Überzahlspiel wird dazugehören. Auch wenn André Rankels 1:0 und 4:0 sowie Petr Pohls 3:0 allesamt im Powerplay fielen, haben sie sich in dieser Saison hier schwergetan, teilweise auch gestern. Ligaweit stehen sie bei Powerplay-Toren nach dem Spiel gegen Mannheim nur auf Rang neun. 

Die Erfolgschancen ließen sich auch steigern, wenn es gelänge, die Offensivkraft noch mehr zu streuen. Dass man gegen die Adler so klar siegte, obwohl die Paradereihe um Darin Olver, Barry Tallackson und Marcel Noebels kein Tor und keine Vorlage beisteuerte, ist ein gutes Zeichen. In maximal anstehenden 21 Playoff-Spielen täte es der Mannschaft gut, wenn sich unter anderem auch die schwächelnden T.J. Mulock oder Julian Talbot mehr einbrächten. Nicht immer ist das Toreschießen so einfach wie gegen die Adler in ihrer derzeitigen Verfassung.

Ansonsten dürfte es die Eisbären-Anhänger positiv stimmen, was sie gegen den Meister zu sehen bekamen. Wenn es mal läuft, ist den Berlinern nur schwer beizukommen. „So sollten wir immer auftreten“, sagte Frank Hördler. Nach seinem 2:0 hatten die Gäste praktisch nichts mehr entgegenzusetzen. Auch weil die Hausherren in der Verteidigung kaum etwas zuließen. Sowohl Milan Jurcina, der vor drei Wochen in Berlin anheuerte, als auch der lange verletzte Hördler kommen immer besser in Form. Tormann Petri Vehanen ist ohnehin ein Sicherheitsfaktor. Wenngleich sein Einsatz in diesem Testspiel nicht besonders gefragt war.