Berlin - Und wieder müssen die Eisbären Berlin einen Abgang hinnehmen. Nachdem Maxim Lapierre vor wenigen Tagen völlig überraschend sein Karriereende bekannt gegeben hat, verlieren die Eisbären in Constantin Braun nun einen weiteren Spieler auf dessen eigenen Wunsch. In seinem Fall aber zumindest erst einmal nur für die kommende Saison. „Constantin kam mit dem Wunsch einer Ausleihe nach Krefeld auf uns zu“, wird Eisbären-Sportdirektor Stéphane Richer in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung zitiert, „er war bei uns unzufrieden mit seiner Rolle innerhalb des Teams. In Krefeld hat er die Chance, mehr Eiszeit zu erhalten. Wir wollten ihm natürlich keine Steine in den Weg legen und sind seinem Wunsch nachgekommen.“

Schon in der vergangenen Saison bekam Braun nicht die Einsatzzeit, die er sich vorgestellt hatte. In lediglich 38 von 52 Partien der nach der Hauptrunde abgebrochenen Spielzeit brachte es der 32-Jährige. Sieben Vorlagen konnte Braun beisteuern, blieb aber ohne Treffer und manchmal  verließ er die Arena am Ostbahnhof ohne Eiszeit und eher mit einem gequälten Lächeln im Gesicht. Nach überstandener Depression und Comeback in der Spielzeit 2018/19 kam er nach dem Trainerwechsel in der vergangenen Saison kaum noch zum Zug. Mehr als die Reservistenrolle oder ein Platz in den hinteren Reihen wurde für ihn nicht gefunden. Auch stand er mal in der Abwehr- und mal in der Angriffsreihe.

Da sich daran vermutlich nicht viel geändert hätte, wollte Braun jetzt eine Veränderung. „Meine Rolle innerhalb des Teams entspricht diese Saison leider nicht der, die ich mir vorstelle“, heißt es in der Mitteilung, „da ich den Anspruch habe, eine tragende Rolle innerhalb der Mannschaft zu übernehmen, habe ich Stéphane Richer und Peter John Lee gebeten, mich für diese Saison an die Krefeld Pinguine zu verleihen.“ Dort wolle er dem jungen Team mit seiner Erfahrung helfen, eine erfolgreiche Saison 2020/21 zu spielen.

Seit 2004 spielt der 32-jährige Allroundspieler, der seine Karriere als Stürmer begann, in Berlin. Mit den Eisbären gewann Braun fünfmal die Deutsche Meisterschaft, einmal den Deutschen Eishockey-Pokal sowie die European Trophy. In den DEL-Playoffs 2013 wurde er zum wertvollsten Spieler gewählt. Die LA Kings zogen Constantin Braun im NHL Draft 2006 in der sechsten Runde an Position 164.

Sein Wechsel nach Krefeld soll für Constantin Braun aber nicht das Ende beim EHC sein. Die Vereinbarung zwischen den beiden Vereinen sieht nach Ablauf der Saison eine Rückkehr nach Berlin vor. Erst einmal aber geben die Dynamos wieder einen Spieler ab und haben keinen Neuen geholt.