Die Eisbären und die Haie lieferten sich ein sehenswertes Duell.
City Press

Berlin-FriedrichshainVier Minuten vor dem Ende des zweiten Drittels waren vom sonst so geduldigen Publikum erste Pfiffe zu hören. In der ausverkauften Arena am Ostbahnhof lagen die Eisbären Berlin am Freitagabend zu diesem Zeitpunkt gegen die Kölner Haie mit 1:4 in Rückstand. Es war weniger das Ergebnis, als viel mehr die Art und Weise, welche für Unmut unter den Anhängern der Gastgeber sorgte. Eine Aufholjagd in 4:18 Minuten in der Schlussphase des letzten Drittels aber entschädigte vor die vorherige Leistung und brachte noch die Verlängerung. Dort setzten allerdings die Kölner 61 Sekunden vor dem Ende den Schlusspunkt und gewannen mit 5:4.

Fast etwas schmeichelhaft für die Berliner, denn lediglich zu Beginn der Partie hatte es so ausgesehen, als sollte es für drei Punkte reichen. Nach einer Phase des Abtastens hatten sie die Initiative übernommen und wurden für ihre Druckphase belohnt. Nach einer schönen Einzelaktion traf Ryan McKiernan zum 1:0 für die Gastgeber (7.). Allerdings brachte diese Führung keine Sicherheit ins Eisbären-Spiel.

Sebastian Dahm ließ einen Schuss nur abprallen und war im Anschluss gegen den Nachschuss von Zachery Zill machtlos (8.). Doch nicht nur der Eisbären-Torhüter, sondern die gesamte Hintermannschaft sollte an diesem Abend nicht frei von Fehlern bleiben. Gerade im Spielaufbau vertändelten die Verteidiger gleich mehrfach den Puck. So auch vor dem 1:2, als die Scheibe eigentlich in Reihen der Eisbären war, aber von den aggressiven Kölnern hinter dem Tor der Gastgeber erobert wurde. Zu allem Überfluss war für Keeper Dahm beim Weitschuss von Marcel Müller die Sicht so versperrt, dass er den Puck in der 17. Minute erneut aus dem Netz fischte.

Aufholdjagd reicht doch nicht

Noch am Donnerstag hatte Coach Serge Aubin das Powerplay trainieren lassen. Ein Effekt war aber nicht zu sehen. In fünf Überzahlsituationen blieben die Eisbären in zwei Dritteln ohne Tor. Die Haie nutzten gleich ihre zweite Powerplay-Chance zum 3:1 durch Benjamin Hanowski (31.). Und als Jason Bast in der 36. Minute auf 4:1 für die Gäste erhöhte, war es um die Geduld einiger Fans geschehen. Manche gingen, manche pfiffen, der Großteil aber forderte das Team zum Kämpfen auf.

Und es gehorchte tatsächlich. Erst traf Mark Olver im sechsten Powerplay (53.), dann erzielte Louis-Marc Aubry den 3:4-Anschluss (55.) und als James Sheppard in der 57. Minute den 4:4-Ausgleich schoss, waren die vorangegangenen Minuten vergessen, zumindest noch die Verlängerung und damit ein Punkt gesichert. Den Schlusspunkt aber setzte Lucas Dumont mit dem Siegtreffer für die Kölner.