Berlin - Dass sich große Aufmerksamkeit auf Mathias Niederberger richtet, ist alleine schon der Tatsache geschuldet, dass der 28-Jährige das Tor der Eisbären hütet und immer dann gefordert ist, wenn es brenzlig wird. Am Montagabend (18.30 Uhr, Magentasport) wird der Fokus aber bereits vor und nach dem Spiel bei der Düsseldorfer EG auf ihm liegen. Nicht nur, dass er vor dieser Saison vom Rhein in die Hauptstadt wechselte, gibt dem Duell eine besondere Brisanz. In Düsseldorf wurde er geboren und reifte zu dem Spitzentorwart, der er heute ist. Emotionale Wirrungen schließt Niederberger allerdings aus. „Wenn es zum Spiel geht, kann ich das gut abschalten. Dann ist es wie jedes andere Spiel.“

Die Eisbären jedenfalls sind heilfroh, dass Niederberger bei diesem Aufeinandertreffen der beiden Teams, die sich in den abgesagten Play-offs 2020 im Viertelfinale duelliert hätten, nun das Berliner Trikot trägt. Denn in der noch kurzen Saison ist der Nationalkeeper genau der Rückhalt, den man sich mit der Rückholaktion gewünscht hat, nachdem er bereits in der 2014/2015 als Nummer zwei hinter Petri Vehanen im Kasten der Eisbären stand. Viermal hütete er bislang das Tor, kassierte dabei sieben Tore. Allein fünf davon allerdings beim Unterzahl-Debakel in Iserlohn am vergangenen Dienstag (2:5).

Charakter der Mannschaft stimmt

Beim eindrucksvollen 5:0 gegen die Kölner Haie am Freitag sicherte Niederberger seinem Team bereits den zweiten Shutout. Natürlich zog die wuchtige Offensive um die spät verpflichteten Matt White und Kris Foucault einmal mehr die Aufmerksamkeit auf sich. Allerdings kamen die Gäste um den ehemaligen EHC-Trainer Uwe Krupp ebenfalls zu zahlreichen Torgelegenheiten. Die entweder recht großzügig vergeben oder durch Niederberger entschärft wurden. „Wenn wir Chancen hatten, war Mathias Niederberger da und hat sie vereitelt“, sagte Krupp. Auch Eisbären-Coach Serge Aubin lobte den Keeper: „Als wir ihn brauchten, war er herausragend.“ 94,59 Prozent aller Schüsse in der noch jungen Saison wehrte Niederberger ab.

Doch es lag nicht nur am starken Schlussmann, dass die Berliner auch ihr drittes Heimspiel der Saison gewannen. Im Vergleich zur vorangegangenen Niederlage in Iserlohn zeigte sich das gesamte Team deutlich verbessert: Das Defensivspiel funktionierte auch in Unterzahl, die Torchancen wurden eiskalt verwertet. „Das war eine gute Mannschaftsleistung“, sagte Niederberger. „Wir haben früh Druck gemacht und die Gegner direkt am Aufbau gehindert, sodass sie weniger Chancen kreieren konnten.“ Nach dem enttäuschenden Spiel in Iserlohn habe die Leistungssteigerung gegen Köln „für den Charakter der Mannschaft gesprochen“, betonte der Keeper.

Mit der Maximalausbeute von neun Punkten und einer Tordifferenz von 13:2 konnten sich die Eisbären bisher auf ihre Heimstärke verlassen. In Düsseldorf geht es für sie nun darum, endlich auch den ersten Auswärtssieg der Saison zu feiern: Aus zwei Begegnungen auf fremdem Eis holten die Berliner in der laufenden Spielzeit bislang nur einen Punkt. Was am besten gelingt, wenn Niederberger sportlich nicht zu sehr im Fokus steht.