Eisbär Marcel Noebels trifft, aber es zählt nicht.
Foto: City-Press

BerlinDer Heimspielmonat November hätte aus Eisbären-Sicht nicht besser laufen können. Zwei Spiele mit jeweils 4:0-Siegen hatten die Zuschauer zu sehen bekommen. Schon nach dem ersten von acht Heimspielen im Dezember ist klar, dass die Eisbären Berlin diese perfekte Bilanz im Dezember nicht wiederholen können. Am 1. Advent verloren sie gegen die Grizzlys Wolfsburg 5:6 nach Penalty-Schießen und holten nur einen Zähler.

Die Eisbären waren in der Arena am Ostbahnhof früh in Rückstand geraten. In Unterzahl fand bereits in der siebten Minute ein Rückhand-Schlenzer von Garrett Festerling den Weg in das von Sebastian Dahm behütete Tor. Es sollte der Auftakt eines höchst unterhaltsamen Spiels sein. Auch, weil die Eisbären schon 73 Sekunden nach dem Rückstand durch einen strammen Schuss von Frank Hördler ausglichen. Und sie wollten noch im ersten Drittel nachlegen, setzten die Wolfsburger mit starkem Forechecking gehörig unter Druck. Am Ende einer langen Angriffssequenz im Wolfsburger Drittel spielte Ryan McKiernan im perfekten Moment den perfekten Pass auf den perfekt eingelaufenen Marcel Noebels. Der aktuell beste Eisbären-Scorer behielt vor dem Wolfsburger Keeper die Nerven und traf zum 2:1 (15.).

Dass auch die Gäste das Forechecking beherrschen, bewiesen sie in der 17. Minute. André Rankel verlor die Scheibe unter Druck, Alexander Johansson glich zum 2:2 aus. Den Schlusspunkt aber setzten wieder die Eisbären. Landon Ferraro auf Austin Ortega, Ortega auf Ferraro und plötzlich waren die Gastgeber erneut in Führung (20.).

Maximale Unterhaltung

Allerdings sollte die nur bis zur 27. Minute Bestand haben. Innerhalb von 43 Sekunden drehten die Wolfsburger durch Tore von Gerrit Fauser und Nick Jones die Partie zum 4:3 und beendeten damit den Arbeitstag von Sebastian Dahm, der durch Maximilian Franzreb ersetzt wurde. Doch auch auf den zweiten Rückstand des Nachmittags hatten die Berliner die richtige Antwort.

Im Vier gegen Vier traf Marcel Noebels 91 Sekunden nach dem 3:4 zum 4:4-Ausgleich. Wieder gaben sich die Eisbären damit nicht zufrieden. Maxim Lapierre brachte die Hausherren nach Pass von Lukas Reichel in der 33. Minute 5:4 in Führung. Maximale Unterhaltung für die Zuschauer, Ärger bei den Eisbären-Spielern.

„Wir müssen besser verteidigen und den Abstand zwischen Verteidigern und Angreifern verringern“, sagte Ryan McKiernan beim Gang in die Kabine. Das sollte den Eisbären im Schlussdrittel zunächst eine Weile ganz gut gelingen. Bis zur 51. Minute und dem 5:5-Ausgleich durch Gerrit Fauser.

Insgesamt waren wir heute nicht gut genug für drei Punkte.

Marcel Noebels

Und weil die Gastgeber diesmal keine Antwort mehr fanden, wurden die Punkte nach der regulären Spielzeit geteilt. Da die Verlängerung torlos blieb, musste das Shootout die Entscheidung bringen. Da scheiterten zunächst die Eisbären Lukas Reichel und Leo Pföderl, der Treffer von Marcel Noebels wurde nach Ansicht der Videobilder aberkannt. Garrett Festerling verwandelte den letzten Penalty und besiegelte die Niederlage der Berliner. „Insgesamt waren wir heute nicht gut genug für drei Punkte“, räumte Noebels ein. „Wir waren immer einen Schritt zu spät.“