Geschlaucht von der liebevollen Sonderbehandlung von Reha-Trainer Christopher Busse: Die Union-Angreifer Max Kruse und Anthony Ujah.
Foto: Matthias Koch

Bad WörishofenEigentlich läuft es beim 1. FC Union im Trainingslager im Unterallgäu. Der Kader ist so gut wie zusammen. Fortschritte sind auf dem Platz auch zu erkennen, selbst wenn sie sich in den Testspielresultaten noch nicht niederschlugen. Und doch drückt den Köpenickern der Schuh ein wenig: In vorderster Front hinkt ein Quartett in der Vorbereitung hinterher. „Wir mussten ja hier den armen Cedric Teuchert von einem Spiel ins nächste jagen“, sagte Unions Manager Oliver Ruhnert halb scherzhaft, halb ernst.

Alle anderen Kandidaten – Max Kruse, Anthony Ujah, Marcus Ingvartsen und Sebastian Andersson – sind entweder noch nicht spielfähig oder aber, wie der Schwede, noch nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte.  Alles nicht so einfach dieser Tage in Bad Wörishofen, an dem die Köpenicker am Vormittag ihre letzte Einheit in der Kneipp-Stadt absolvierten, ehe sie am Nachmittag ins benachbarte Mindelheim auswichen. 

Wäre heute Ligastart, wäre der Sturm die Baustelle der Eisernen. Max Kruse ist nach Lage der Dinge bis dahin noch kein Startelfkandidat. Zumindest kaum für 90 Minuten. „Er hat hier das erste Mal mit dem Ball gearbeitet. Wir sind da sehr, sehr optimistisch. Es ist alles im Zeitplan. Wir werden ihn noch nicht nächste Woche im Mannschaftstraining haben, aber es läuft gut“, so Ruhnert. Die Köpenicker rechnen mit einem Kruse in hundertprozentiger Form erst nach der Länderspielpause Anfang Oktober. Zudem droht weiteres Ungemach: Bislang hat Fenerbahce noch keine Spielgenehmigung für den 32-Jährigen erteilt.

Auch Anthony Ujah, der sich in der Sommerpause einem Eingriff am Knie unterzog, hatte mit Rückschlägen zu kämpfen. Die OP-Wunde entzündete sich immer wieder. „Er macht Fortschritte, aber man muss schon sagen, dass wir das anders eingeschätzt hatten. Wir hatten den Eingriff machen lassen, um etwas zu korrigieren, was nicht zwingend notwendig gewesen wäre, aber einfach auf Dauer hätte kommen können. Das ist schon ein bisschen nervig“, so Ruhnert.

Ärgerlich ist zudem die Magen-Darm-Geschichte von Sebastian Andersson. Acht, neun Tage im Krankenbett haben den Schweden Substanz gekostet, selbst wenn er als einziger Spieler aus diesem Quartett komplett im Teamtraining dabei ist. „Er muss einiges auftrainieren. Ihm müssen wir ein bisschen Zeit geben“, erklärte Ruhnert.

Bei Gogia, der sich noch in Bad Saarow auf dem richtigen Wege wähnte, ist nicht abzusehen, wann er wieder wirbeln kann. Das Knie hält, doch jetzt plagen den Außenangreifer muskuläre Probleme. Ähnliche Fragezeichen stehen hinter Marcus Ingvartsen. Der Däne hat immer wieder Wehwehchen, die offenbar vom Rücken her ausstrahlen. In Bad Wörishofen war er Stammgast bei Reha-Trainer Christopher Busse. 

Gut, dass wenigstens Teuchert funktioniert. „Cedric hat gezeigt, dass er das hier annehmen will. Wir fanden die Personalie spannend. Offenbar nicht alle Bundesligisten“, so Ruhnert, der den Ex-Schalker ablösefrei aus Gelsenkirchen weglotsen konnte. Bonuszahlungen an die Knappen im kommenden Jahr – beispielsweise beim Klassenerhalt – stehen da aber durchaus im Raum.