Eishockey Eisbären: Eisbären-Offensive noch zu harmlos

Laue Sommerbrise statt Meister-Sturm: Drei Wochen vor dem Start in die neue Saison der Deutschen Eishockey Liga (DEL) hakt es beim Meister noch gewaltig in der Offensive. Dass die Berliner derzeit von einigen Ausfällen geplagt werden, könnte als Erklärung für die noch überschaubaren sportlichen Leistungen dienen. Eine Entschuldigung stellen sie für die Verantwortlichen aber nicht dar.

„An diesem Wochenende hatten wir viele junge Spieler dabei. Wir können insgesamt mit einigen Spielern zufrieden sein, andere müssen sich noch steigern“, sagte Eisbären-Manager Peter John Lee am Montag. Gerade im Hinblick auf die teilweise erst 18 Jahre alten Akteure wie Paul Kabitzky oder John Koslowski hebt Hartmut Nickel, Co-Trainer und Urgestein der Eisbären, warnend den Zeigefinger: „Im Vergleich zu ihnen waren Spieler wie André Rankel, Frank Hördler oder Florian Busch im selben Alter ein gutes Stück weiter in ihrer Entwicklung.

Nicht genug Offensiv-Profis unter Vertrag

Es wird deutlich, dass es dem Meister zum jetzigen Zeitpunkt gerade im Sturm an der Tiefe im Kader fehlt. Nur elf Offensiv-Profis hat Lee bisher unter Vertrag genommen. Sind Ausfälle wie aktuell Florian Busch (Adduktoren) und Mads Christensen (Auge) zu verzeichnen, geht den Eisbären schnell die Luft aus. Noch bleibt einige Zeit bis zum scharfen Start. Gut möglich, dass sich Lee bis dahin noch einmal auf dem Stürmermarkt umschaut.

Sieht man vom 5:3-Erfolg beim Zweitligisten Lausitzer Füchse ab, präsentierten sich die Eisbären Berlin am vergangenen Wochenende äußerst ideenlos. Die beiden Gastspiele in der Tschechischen Republik im Rahmen der European Trophy drohten sogar torlos zu enden, ehe TJ Mulock am Sonntag Sekunden vor dem Ende doch noch traf.

Durch das späte Tor bei Kometa Brünn zum 1:1-Ausgleich rettete der Stürmer den Berlinern wenigstens einen Punkt. Das anschließende Penaltyschießen ging verloren. Einen Tag zuvor kassierte der DEL-Rekordmeister beim tschechischen Titelträger Skoda Pilsen ein 0:2. Nach nunmehr drei Niederlagen in vier Gruppenspielen in der European Trophy ist das Vorhaben der Eisbären, sich als gesetzter Gastgeber auch sportlich als Gruppensechster für die Finalrunde im Dezember zu qualifizieren, in weite Ferne gerückt. (dpa)