Beim Duell zwischen Mannheim und Berlin kommt es auf jeden Zweikampf an. Florian Kettemer (r.) beharkt Marcel Goc.
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Berlin-HohenschönhausenVielleicht liegt es daran, dass er erst seit dieser Saison Bandenchef der Eisbären ist. Womöglich ist es aber auch nur Strategie, um das emotional aufgeladene Spiel nicht noch mehr anzuheizen. Eisbären-Cheftrainer Serge Aubin sagte vor dem Aufeinandertreffen der beiden siebenfachen DEL-Titelträger in Mannheim am Freitag (19.30 Uhr) jedenfalls: „Dieses Spiel ist nicht spezieller als gegen Krefeld. Wir wollen drei Punkte holen, das ist die Basis.“

Verteidiger Florian Kettemer hingegen, der drei Spielzeiten für die Adler zwischen 2011 und 2014 bestritt und nun in der zweiten Saison das EHC-Trikot trägt, hat die Emotionen schon häufig erlebt und sogar mitgeprägt. Er meint: „Diese Spiele sind wegen der Rivalität immer speziell. Sie sind auch hart umkämpft, das macht schon Spaß.“ Vor allem in der aktuellen Verfassung, in der die Eisbären keineswegs als großer Außenseiter in der Kurpfalz antreten. So wie etwa im Vorjahr.

Leo Pföderl fehlt verletzt

Das liegt zum einen an Mannheim. Rein tabellarisch liegt der Deutsche Meister mit Platz drei auf Kurs. Was etwas überrascht, denn das 3:0 gegen Bremerhaven am vergangenen Sonntag war der erste Sieg in der Liga nach zuvor vier Niederlagen. Am Dienstag schied das Team von Pavel Gross zudem in der Champions Hockey League gegen Mountfield aus. Wieder mal rumort es im anspruchsvollen Mannheimer Umfeld. Die 58 Gegentore, der viertschlechteste Wert der Liga, sind Sinnbild für die Anfälligkeit.

Bei den Eisbären (Platz 5) herrscht gute Stimmung, auch wenn der zuletzt so treffsichere Leo Pföderl wegen einer Oberkörperverletzung ausfällt – ihn ersetzt Sebastian Streu. Mit sechs Punkten am vergangenen Wochenende legten die Berliner einen rundum gelungenen Start nach der Deutschland-Cup-Pause hin. Der erste Shutout von Torwart Sebastian Dahm, eine stabile Abwehr, vier Tore – das Paket gegen Iserlohn überzeugte besonders. Dass bei 61 Torschüssen nicht mehr Treffer heraussprangen: verschmerzbar. Verteidiger Ryan McKiernan sagt: „Wenn du ein Spiel so dominierst, besteht die Gefahr, dass du zu viel versuchst und dann auch mal die Balance verlierst. Aber es ist uns gelungen, über das ganze Spiel stabil zu bleiben.“

Verteidigung harmoniert immer besser

Überhaupt ist die Verteidigung die Vorzeigeabteilung der Eisbären, 47 Gegentore bedeuten das drittbeste Bollwerk der Liga. Kettemer erklärt: „Das ist wie in jeder Beziehung. Man lernt sich kennen und weiß irgendwann, was der andere will. Wenn der Mann nach Hause kommt, weiß die Frau, was er essen will.“

Manchmal ist es aber auch schön, wenn keiner kochen muss, sondern sich alle an den gedeckten Tisch setzen dürfen. So wie unter der Woche, als Kettemer mit einigen Kollegen im Fonduerestaurant weilte. Es war zudem eine spezielle Form des Teambuildings vor einem speziellen Spiel.