Eishockey-Playoffs: Eisbären Berlin verlieren Spiel fünf gegen Adler Mannheim

Der 17. März ist ein Tag, der die Eisbären bewegt. Vor zehn Jahren feierte Pierre Pagé, der die Erfolgsära der Berliner begründete, seinen Abschied. Dazu hat Lenz Funk senior an diesem Tag Geburtstag. Ohne den jetzt 70-Jährigen, der von 1991 bis 2000 managte, wäre die folgende Blütezeit nicht denkbar. Der 17. März 2017 wiederum hätte die unerwartete Playoff-Renaissance verstärken und den Weg ins Halbfinale gegen München bereiten sollen. Daraus wurde aber nichts.

Die Eisbären verloren den fünften Vergleich mit 1:3 (0:0, 0:0, 1:3), liegen somit mit 2:3 in der Serie hinten. Am Sonntag (14 Uhr) wird es in heimischer Halle also darum gehen, das vorzeitige Saisonaus zu verhindern. Und ein Entscheidungsspiel am kommenden Dienstag zu erzwingen. „Eigentlich war es ein gutes Auswärtsspiel. Es wäre sicherlich mehr möglich gewesen“, sagte Jens Baxmann und brachte es schließlich auf den Punkt. „Ein Sieg vor heimischem Publikum ist jetzt Pflicht.“

Nach 14 Duellen zwischen Mannheim und Berlin, in denen stets die Heimmannschaft gewann, war den Berlinern anzumerken, dass sie sich in der Fremde so heimisch wie möglich einrichten und nicht einen typischen Auswärtsauftritt zeigen wollten. Das Forechecking war deshalb schon mal nicht zu vergleichen mit dem letzten Auswärtsauftritt am Sonntag. Die Eisbären beackerten die Mannheimer in deren Zone. Ohne die ganz großen Torchancen zu kreieren, wirkte das Team auf dem Eis deutlich präsenter. Und auch die Bullyquote, die entscheidet, in welche Richtung das Spiel läuft, sprach für die Mannschaft von Uwe Krupp. Beide Teams scheuten aber zunächst das ganz große Risiko in diesem wegweisenden Match – zum ersten Mal in dieser Serie stand es 0:0 nach dem ersten Drittel.

Je länger dieses Spiel dauerte, desto mehr verfestigte sich dieser Eindruck. Genussmomente waren wirklich rar in diesem Spiel, die 13.600 Zuschauer bekamen vielmehr ein Playoff-Match in Reinkultur präsentiert. Im fünften Spiel macht sich so langsam eben doch der Verschleiß des arg verdichteten Terminplans bemerkbar. Noch dazu, „wenn jeder Fehler Matchball für die anderen heißt“, wie Eisbären-Stürmer Florian Busch im Kurzinterview in der zweiten Pause anmerkte.

Schwaches Powerplay

Auch den Schiedsrichtern war die nahende Endzeitstimmung dieses Viertelfinales anzumerken. Das Gespann leistete sich wenig umstrittene Entscheidungen. Bei der einen oder anderen Aktion, die in der Hauptrunde mit Sicherheit zu einem Eisverweis geführt hätte, wurden die Regeln großzügig ausgelegt. Zur Freude aller Beteiligten. „Sie lassen einiges durchgehen und lassen uns entscheiden“, lobte Busch.

Wenngleich man bezweifeln muss, dass die Eisbären von weiteren Überzahlsituationen profitiert hätten. Wie schon in den letzten Spielen brachten die Berliner hier zu wenig Druck aufs Tor. Andererseits überzeugte die Unterzahl. „Wir können viel Energie rausholen“, hoffte Assistenzcoach Marian Bazany.

Im Schlussakkord dieses Spiels waren es dann aber die Adler, die mehr auf die Entscheidung drängten. Dass die Gastgeber in der 46. Minute die Führung erzielten, war dann aber vor allem einem katastrophalen Fehler im Spielaufbau geschuldet. Alex Roach, der am Mittwoch als Boxheld gefeiert wurde, verlor den Puck an der Blauen Linie. Luke Adam, der bereits sein drittes Playoff-Tor in dieser Serie erzielte, ließ Keeper Petri Vehanen keine Chance. Der Finne hatte bis zu diesem Gegentor schon den deutlich anstrengenderen Arbeitstag verlebt als sein Kollege Drew MacIntyre, der mal wieder den Vorzug vor Dennis Endras erhalten hatte.

Und plötzlich war jegliche Offensivscheu abgelegt. Nur vier Minuten später wirkten die Eisbären schachmatt, Garrett Festerling hatte ein Zuspiel von David Wolf vollendet. Die Eisbären zeichnet in diesen Spielen aber gerade aus, dass sie nicht zurückstecken und bis zur Schlusssirene an ihre Chance glauben. Sechs Minuten später folgte die Belohnung in Form des Anschluss-treffers durch Julian Talbot, der bereits sein viertes Playoff-Tor markierte. Der Ausgleich sollte allerdings nicht folgen, vielmehr sorgte Mannheims Carlo Colaiacovo mit einem Empty Net Goal für die Entscheidung (60.). (BLZ)