Das Playoff-Viertelfinale zwischen den Eisbären und den Mannheimer Adlern hat am Sonntag das zweite Level erreicht. Stufe eins zeichnete sich durch einen gewissen Anpassungseffekt aus. Die Hauptrunde und die Pre-Playoffs sind nach den ersten beiden Spielen endgültig abgehakt, beide Teams mussten inzwischen offenlegen, wo sie verwundbar sind.

Nach dem 3:2 aus Mannheimer Sicht am Sonntag dürfen sich die Adler nun wieder etwas im Vorteil wähnen. Zum einen, weil 71 Prozent aller Teams, die das dritte Spiel einer Best-of-seven-Serie gewinnen, die nächste Runde erreichen. Eine Statistik, die die Eisbären wohl nicht wirklich interessiert. Allerdings hat dieses Spiel einmal mehr deutlich gemacht, dass das Heimrecht „immens wichtig ist“, wie der Mannheimer Ronny Arendt auf telekomeishockey.de sagte. Wie schon in der Hauptrunde kann die Auswärtsmannschaft in diesem Duell nicht gewinnen. Einen Sieg brauchen die Berliner aber in der Fremde.

Wie die Feuerwehr

Das erste Drittel zeigte zum ersten Mal in diesen Playoffs, warum die Adler die Hauptrunde als Zweiter abgeschlossen haben. „Die kamen raus wie die Feuerwehr“, sagte Verteidiger Constantin Braun. Nach elfeinhalb Minuten hatten die Gastgeber 15 Mal aufs Tor geschossen, die Eisbären nur ein Mal. Dennoch stand es 1:1, weil Louis-Marc Aubry mit einem Sololauf den Rückstand durch Brent Raedeke ausgeglichen hatte. Weil Braun zudem „zu viele dumme Strafen“ gesehen hatte, stand es zur ersten Pause 1:2 aus Berliner Sicht. Ein Unterzahlspiel hatte dazu geführt, Chad Kolarik war der Schütze (19.).

Die Hoffnungen der mitgereisten Berliner Fans auf Besserung zerstreuten sich im Mitteldrittel ziemlich bald. Nach 27 Minuten vergrößerte Luke Adam die Berliner Not mit dem dritten Mannheimer Treffer. Ohne ein einziges Powerplay in diesem Spiel waren die Eisbären nicht in der Lage, den Adler-Rhythmus zu brechen. „Eigentlich stellen wir uns nicht vor, so zu spielen“, umschrieb Stürmer Marcel Noebels das überschaubare Offensivniveau seiner Mannschaft. Die beste Chance im Mitteldrittel hatte Kyle Wilson. Der Center, der zuvor zwei Spiele nicht berücksichtigt wurde, lief in eigener Unterzahl alleine auf das Mannheimer Tor zu, setzte die Scheibe aber an den Pfosten.

Selbst über weite Strecken des Schlussdrittels war der Weg zum Mannheimer Tor versperrt, weil sich die Adler-Verteidigung kaum Fehler erlaubte. Der Mutmacher durch Florian Busch kam unverhofft, sechseinhalb Minuten vor dem Ende. Für eine aufreibende Schlussphase wie in Spiel eins, die die Berliner Niederlage eingeläutet hatte, fehlte den Berlinern die Cleverness. Anstatt ohne Torwart und dafür mit einem Feldspieler mehr die Gastgeber in den letzten Sekunden noch mal richtig unter Druck zu setzen, spielte das Team von Uwe Krupp in Unterzahl − wegen zu vielen Spielern auf dem Eis. In diesem zweiten Level der Finalserie können solche Fehler fatale Folgen haben. (pae.)