Über fehlende Beschäftigung konnte sich Tobias Welz an diesem sonnigen Nachmittag in Köpenick wahrlich nicht beschweren. Ungewollt rückte der 42 Jahre alte Schiedsrichter aus dem hessischen Wiesbaden, von Beruf Polizist, im Bundesligaspiel zwischen dem 1. FC Union und dem SV Werder Bremen, das letztlich 1:2 endete, in den Fokus. Was allerdings auch daran lag, dass ihn wiederum Bastian Dankert, sein Kollege, wie eine Marionette hin- und herschickte.

Dankert arbeitete als Videoschiedsrichter in einem 600 Kilometer entfernten Keller in Köln und schritt kurz nach dem Anpfiff erstmals an diesem Tag ein. Welz hatte zunächst nach nur 66 Sekunden ein Foulspiel von Union-Torwart Rafal Gikiewicz im Strafraum an Davy Klaassen gesehen, was sich allerdings bei genauem Hinsehen als Fehlentscheidung entpuppte. Das hatte auch Dankert so gesehen und funkte Welz an. Der lief raus an den Monitor und blieb kurioserweise bei seiner Entscheidung. Ein Irrtum, der nach nur fünf Minuten in der 1:0-Führung für die Gäste resultierte. Klaassen trat nämlich selbst an und drosch das Leder humorlos in die Mitte. Gikiewicz entschied sich für die rechte Ecke, bekam die Fußspitzen zwar noch an den Ball, konnte den Einschlag aber nicht verhindern.

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