BerlinEigentlich hatte André Rankel viel Zeit zur Vorbereitung. Die passenden Worte hatte sich der ehemalige Kapitän der Eisbären Berlin für diesen Moment aufgeschrieben. So gut die Worte vorbereitet waren, so schwer gingen sie dem 35-Jährigen über die Lippen. „Ich bin heute hier, um zu sagen, dass ich meine Karriere aufgrund einer Schulterverletzung beenden muss“, sagte Rankel aus der Eisbären-Kabine.

Dank an die Eisbären

Dort, wo er sich 17 Jahre lang umgezogen hatte, ließ er das Trikot mit der Nummer 24 an diesem Montag hinter sich hängen. Nach der vorzeitig beendeten vergangenen Saison waren die Eisbären und er schon getrennte Wege gegangen, der ausgelaufene Vertrag wurde nicht verlängert. Rankel selbst „hätte gerne noch zwei, drei Jahre weitergespielt“, sagte er am Montag. Dafür habe er den Sommer nutzen wollen, um die Schulter hinzukriegen, damit eine Fortsetzung seiner Spielerlaufbahn an einem anderen Standort möglich gewesen wäre. Aber: „Ich musste dann registrieren, dass das nicht machbar ist.“

Die Schulter bereitete ihm schon seit vielen Jahren Probleme, und „ohne die Physios hätte ich wahrscheinlich schon früher hier sitzen müssen“, sagte er in einer Pressekonferenz, die zu einer gegenseitigen Danksagung wurde. Der 35-Jährige dankte den Fans, den Trainern sowie Betreuern und musste sich immer wieder mal kurz sammeln, um nicht von den Emotionen übermannt zu werden. Mit leicht zittriger Stimme bedankte sich Rankel bei seinen Eltern und der Großmutter: „Ohne sie wäre Eishockeyspielen gar nicht möglich gewesen.“ Seine Frau Anita sowie die Töchter Nora und Mira, die in den vergangenen Jahren auf viel verzichten mussten, durften natürlich in der Auflistung nicht fehlen.

Während man bei diesen Worten in das Gesicht von André Rankel schauen konnte, versteckte Eisbären-Geschäftsführer Peter John Lee seine Emotionen hinter einer FFP2-Maske, auf die er mit einem Edding die Nummer 24 geschrieben hatte. Die aber „wird in Zukunft nicht mehr vergeben, André Rankel bleibt damit auf immer und ewig die Nummer 24“, sagte Lee. Und während die ehemaligen Mitspieler noch ein kleines Ständchen per Videobotschaft sendeten, gab es vom Geschäftsführer den Puck, mit dem Rankel in der Saison 2017/18 Sven Felski als Rekordtorschützen der Eisbären abgelöst hatte, als Geschenk.

Das Karriereende als Spieler soll aber nicht das Ende zwischen dem siebenfachen Deutschen Meister und André Rankel sein: „Über kurz oder lang ist es mein Ziel, im Eishockey zu bleiben und am liebsten bei den Eisbären Berlin.“ Rankel schwebt ein Studium mit einem begleitenden Praktikum bei den Eisbären vor, beide Seiten befinden sich in Gesprächen. Und vielleicht gibt es ja bald wieder eine Pressekonferenz, bei der die Worte leichter über die Lippen gehen.